Beltz 2015
Beltz 2015

Eva Faßbinder, Jean Philipp Klein, Valerija Sipos, Ulrich Schweiger – Therapie-Tools Depression – „Werkzeugkasten“ für die Praxis

 

Breitsortiert, die wesentlichen Themen der Erkrankung aufnehmend und, unterteilt in die wesentlichen Themen der möglichen Therapie, mit vielfältigen Instrumenten, Anregungen und Methoden versehen, bietet das Werk genau jene Therapie-Tools, die es im Titel avisiert.

 

Wobei besonders erwähnenswert ist, dass die entsprechenden Tools nicht einfach nur beschreibend vorgestellt werden, sondern zum einen je mit der Praxis eng  verzahnt beschreiben werden und zum anderen für die Arbeit mit dem Buch selbst Arbeitshilfen mitgeteilt werden.

 

So wird direkt zu Beginn ein Arbeitsblatt vorgelegt, das den „Umgang mit der Vielfalt der Therapiemöglichkeiten“ hilfreich begleitet und hierin eine sehr praktikable Arbeitshilfe zur Schwerpunktsetzung und zu den individuellen Leitfragen einer konkreten Therapiemaßnahme bietet.

 

Im Einzelnen finden sich im Folgenden zunächst ausführliche Tools zur Diagnostik, zur Komorbidität, zur Erhebung des Verlaufs, Medikamentenanamnese und zur biographischen Anamnese. Aufgrund der übersichtlichen Gestaltung und der strikten Ausrichtung der Tools auf den praktischen Einsatz finden sich hier, wie auch zu den weiteren Themen im Buch, wichtige und kompetente Hilfsmittel für eine effiziente Diagnostik von depressiven Störungen.

 

Die anschließende Psychoedukation wendet sich der Wissensvermittlung an Patienten und deren Umfeld ebenso differenziert zu, wie diese ebenfalls die Störungsmodelle der Verhaltenstherapie sachlich beschreiben und Instrumente zu deren Vermittlung an die Hand gibt.

 

In medias res führen die sich anschließenden Betrachtungen der einzelnen therapeutischen Arbeitsgebiete. Verhaltensaktivierung, Veränderung von Kognitionen, Emotionsregulierung werden hier u.a. ebenso breit aus der Praxis aufgearbeitet, wie zu erarbeitende Handlungsplanungen und Verhaltenstraining.

 

Eine differenzierte Betrachtung und Hinführung zu den schwierigen Themen der Suizidalität und Krisen bietet ebenso hilfreiche Interventionsmöglichkeiten und Instrumente der Bearbeitung, wie abschließend ausführlich die Rückfallprophylaxe in den Blick genommen wird.

 

Zur Erarbeitung des „Werkzeugkastens“ dient die allen Kapiteln gleich zu Grunde liegende Struktur, die ein rasches Erfassen der Inhalte ermöglicht und die es ebenso ermöglicht, mit dem Handbuch wie mit einem „Setzkasten“ zu arbeiten, sich somit jenen Schwerpunkten und jenen Themen umgehend praktisch zuwenden zu können, die für die eigene therapeutische Arbeit gerade „dran“ sind.

 

Unter dem Leitsatz „Wenige Dinge (dann aber) richtig tun!“ führen die Autoren immer wieder durch die vielfachen Möglichkeiten hin zu konkreten Entscheidungen, stehen somit bei der Auswahl der nächsten Schritte der eigenen therapeutischen Arbeit didaktisch „zur Seite“, ein Angebot, dass gut zu verstehen und gut nachzuvollziehen ist und durch die Ergänzung als E-Book und die vielfach gebotenen Materialen die Arbeit mit den Inhalten des Buches praxisorientiert umsetzt.

 

Sorgfältig auswählen und nicht zu viel machen, sondern individuell sehr genau abgestimmt mit dem konkreten depressiven Patienten arbeiten, das ist die Leitabsicht des Buches, die in der fundierten und praktikablen Umsetzung als sehr gelungen zu bezeichnen ist.


M.Lehmann-Pape 2015