Patmos 2013
Patmos 2013

Heinz-Peter Röhr – Die Kunst, sich wertzuschätzen

 

Verständliche und methodische Darstellung der Selbstwertanalyse

 

Es ist eine Binsenweisheit, dass es für das innere Wohlbefinden und das äußere Vorankommen und Vorangehen des Menschen ein wichtiges Moment ist, wie sehr er mit sich im Reinen ist und wie stabil das je eigene Selbstwertgefühl sich darstellt.

Von der inneren Sicherheit bis hin zur Ausstrahlung auf andere ist dies einer der entscheidenden Faktoren im leben.

 

Ein Thema, dass Heinz-Peter Röhr seit langem bereits zu „seinem“ Thema gemacht hat und für das er eine eigene Methodik entwickle hat, Störungen des Selbstwertgefühles einerseits auf die Spur zu kommen und andererseits  es gelingt, Denkmuster und Verhaltensweisen zu verändern, die dem Gefühl des eigenen Wertes hinderlich gegenüberstehen. Wobei Röhr soweit geht, eine Vielzahl von psychischen Erkrankungen (von Borderline bis zu schizoiden Störungen) ursächlich zumindest mit in einer Störung des Selbstwertgefühles zu verorten. Durch die Lösung dieser Störung durch die „Methode der Selbstwertanalyse“ und damit die Lösung emotionaler Probleme sieht Röhr auch in dieser Hinsicht der klinischen Erkrankungen vielfache Möglichkeiten der Therapie.


Was er im Übrigen im Buch sorgfältig und breit in je einzelnen Kapiteln zu diversen psychischen Erkrankungen auch durchaus überzeugend dem Leser vermittelt.

Narzissmus, Abhängigkeit, Zwangsstörungen, Traumatisierungen, all dies sind Felder, auf denen eine „Selbstvergebung“ gefolgt von einer „Selbstentfaltung“ „heilende Kraft“ entfalten. Was Röhr durchaus an vielfachen Beispielen illustriert.

 

Grundlage dieses Weges ist die Erkenntnis über der eigenen Person innewohnende „geheime Programm“, für die Röhr im Anhang des Buches „Selbsttests“ anbietet.

 

„Ich bin nicht willkommen“.

„Ich genüge nicht“.

„Ich bin nicht satt geworden / zu kurz gekommen“.

 

In diesen verdeckten inneren Haltungen sieht Röhr die zu behandelnden „Grundprogramm“, die der Entwicklung eines gesunden Selbstwertgefühles entgegenstehen. Programme und Denkweisen, die sich im Menschen von Kindheit an entwickelt haben, mit oft weitereichenden Folgen im Sinne einer beständigen inneren Unsicherheit. Eine „Diagnose“, die durchaus den Erfahrungen entspricht, denn wirklich in sich ruhende, ihrer „selbst sichere“ Menschen sind in der Regel nicht in Massen, sondern als Ausnahmen anzutreffen.

 

Gute Leistungen, Statussymbole, Erfolg, entsprechende Kleidung verheißen dabei nur zum Schein eine Besserung, denn letztlich wird es nicht gelingen, wirklich von Außen nach Innen zu leben, sondern der Mensch ist, was er innerlich entfaltet und dann nach Außen wirken lässt.

 

Nicht jeder nüchterne Leser wird sich mit den spirituellen Elementen im Buch auf Anhieb anfreunden können („An vielen Stellen liest sich das Neue Testament wie eine Anleitung zur Entwicklung eines neuen Selbstwertgefühles“), dennoch aber passt auch dieses „heilsame Kraft der Bilder“ gut in das vorgestellte Programm, dass Röhr ruhig, empathisch und aus seiner jahrzehntelangen Erfahrung als Psychotherapeut  gut geordnet vermittelt.

 

Nicht mit unbedingt „ganz Neuen“ Ansätzen und Methoden, durchaus aber überlegenswert und in anderer als gewohnter Form methodisch einander zugeordnet und eingesetzt.

 

M.Lehmann-Pape 2013