Beltz 2012
Beltz 2012

Josef Schwickerath, Moritz Holz – Mobbing am Arbeitsplatz

 

Impulse und Methoden für eine hilfreiche Beratung

 

Am Anfang steht die differenzierte Betrachtung jedes einzelnen Klienten, der sich mit einem Mobbing gegen seine Person auseinandersetzen muss. Dennoch aber gilt es ebenso, aus dem individuellen dann allgemeine Schüsse zu ziehen.

 

Gibt es typische Merkmale von Mobbingbetroffenen in Bezug auf Persönlichkeit und Stressverarbeitung? Gibt es bestimmte Merkmale, die im Erleben der Mobbingbetroffenen auftauchen? Wie kann ein Konzept gestaltet werden, das langfristige Veränderungen bei den Betroffenen bewirken kann?

 

Leitfragen dieses Trainingsmanuals, in dem die Autoren sich intensiv mit den Möglichkeiten auseinandersetzen, die sich in der therapeutischen Begleitung von Mobbingopfern als hilfreich bereits erwiesen haben.

 

Wobei die Autoren zunächst in konzentrierter Form die theoretischen Grundlagen des „modernen Phänomens“ Mobbing erläutern und zudem Ursachen, gesundheitliche Folgen und Hilfsangebote vorstellen, sowie einen Blick auf präventive Möglichkeiten werfen.

Im zweiten Teil, dem eigentlichen Schwerpunkt des Manuals, wir sodann die Mobbing-Therapie vorgestellt und in ihren Breichen dargestellt (Distanz, Verstehen, Entscheiden, Handeln).

 

Im  Vorgehen wird dabei deutlich, dass nicht zuletzt auch die Bewusstwerdung von Eigenanteile, die in der Regel zunächst nicht oder nur teilweise gesehen werden können, ein wichtiger Teil  des therapeutischen Prozesses ist (Sündebockphänomen, Verhaltensanalyse, Innere Antreiber, Selbst- und Fremdwahrnehmung und einiges mehr).

 

Eines der wesentlichen Ziele der therapeutischen Begleitung ist im Kern die Erlangung oder Wiedererlangung von Handlungskompetenz unter der Klärung der individuellen Perspektive des Betroffenen. Ein Handlungskompetenz, welche die Möglichkeit zur eigenen Entscheidung zunächst voraussetzt. Diese wird im Vorgehen der Therapie zunächst spielerisch (Probehandeln) erlebt, um dann durch die Modifikation des inneren Antreibers, einen veränderten Umgang mit den eigenen Gefühlen (Ärgerbewältigung, Gelassenheit u.a.) und einige andere methodische Impulse gefestigt zu werden.

 

Die Autoren versäumen es in bester Weise zudem nicht, ihre Erkenntnisse und Erfahrungen an einer Reihe einprägsamer Fallbeispiel vorzustellen, welche dem Leser die Gelegenheit gibt, die Darstellung von Methoden und Impulsen „fassbar“ nachvollziehen zu können. Über einzelne Fallbeispiele hinaus werfen die Autoren sodann noch einen Blick auf besonders „mobbinganfällige“ Arbeitsbereiche wie das Lehrerzimmer, die Binnenkultur der Kirche, das Bankwesen und andere.  In diesen Arbeitsfeldern zeigen die Autoren die verschiedenen Gesichter des Mobbings unter doch ähnlichen strukturellen Abläufen auf und verdeutlichen so noch einmal die grundlegenden Elemente des Mobbings am Arbeitsplatz, die als Ansatz für ein konstruktives therapeutisches Verhalten „gewusst“ werden sollten..

 

Schwickerath und Holz legen ein fundiertes, in der Praxis erprobtes und theoretisch reflektiertes Manual vor, mit Hilfe dessen Beratern und Therapeuten eine verständliche und praktikable Methode mitsamt mannigfaltiger Impulse an die Hand gegeben wird.

 

M.Lehmann-Pape 2012