Beltz 2011
Beltz 2011

Kerstin Riedelbach, Lothar Laux – Persönlichkeitscoaching

 

Persönliche Identität finden

 

In 8, ausführlich in Theorie und Praxis dargestellten, Schritten wendet sich das Buch der stimmigen Gestaltung der persönlichen Identität in der Führungsposition zu und setzt für diesen Weg an der individuellen Art und Weise der Selbstdarstellung in der beruflichen Rolle an.

Auf diesem Weg ist das Buch nicht einfach zugänglich und bedarf einer konzentrierten Erarbeitung. Dies nicht, weil Sprache, Stil und Darstellungsform durch die Autoren allzu abstrakt dargestellt oder aus anderen Gründen schwer zu verstehen wären, sondern trotzdem die Autoren alles dafür getan haben, die dargebotenen Inhalte in sinnvoller Struktur, angemessener Sprache und durch graphisch abgehobene Zusammenfassungen und Erläuterungen darzulegen. In der komplexen Materie selbst liegt begründet, dass dies kein Thema 'für nebenbei' ist.

Äußerst gründlich und umsichtig gehen die Autoren inhaltlich vor. Eine differenzierte theoretische Grundlage wird sowohl für den Bereich der Rahmenkonzeption des Persönlichkeitstrainings fundiert vorgelegt, wie auch für jeden einzelnen der 8 Schritte der dargestellten Methode die theoretische Grundlegung ausführlich im Buch zu finden ist.

Neben die Theorie treten Methoden, ebenso strukturiert und verständlich erläutert und, dies ist die größte Hilfe zum Verständnis des Prozesses im Buch, ein durchlaufendes Fallbeispiel, an welchem sich jeder einzelne der 8 Schritte der Entwicklung nachvollziehen lässt. Dabei reflektieren die Autoren im Buch jederzeit, was und warum sie etwas tun, nebulöse Worthülsen jedweder Form finden sich im Buch nicht. Eine hohe Konzentration auf das eigentlich gestellte Thema, der systematischen Klärung und Veränderung der individuellen Führungsidentität und das Stattfinden dieser Klärung im Arbeitskontext des jeweiligen Klienten, wird beibehalten.

Kern des Coachings und damit eines der Zentren des Buches ist die Arbeit (und Klärung) zwischen Selbstbild und Fremdbild mittels verschiedener Spielarten des Feed Back. Mithin also das 'Zusammenspiel von Innen- und Außenansicht einer individuellen Persönlichkeit', um die verschiedenen Betrachtungswinkel zum einen zu kennen und zum anderen durch eine Gestaltung der eigenen Rolle als Führung darauf adäquat reagieren zu können.
Diese systematisch ins Bewusstsein zu heben, zu reflektieren und mittels vielfacher Methodiken vom Gespräch bis zum Rollenspiel zu jener Führungsidentität hin zu verändern, die ein kongruentes Zusammenspiel von Selbst- und Fremdbild in der eigenen Identität aufnimmt, ist das Ziel der Coachingarbeit. Ein, wie gesagt, breites und komplexes Thema, dass die Autoren dankenswerter Weise fundiert und gründlich beschreibend vorlegen.
Dankenswert auch deswegen, weil eine Vielzahl von Begrifflichkeiten (wie das genannte 'Feed-Back', aber auch vielfache andere) in methodisch oft 'unsauberer' Form im Sprachgebrauch gängig geworden sind und hier nun Schritt für Schritt in ihrer Bedeutung, theoretischen Herleitung und Nutzung für den Coachingprozess differenziert zur Geltung gebracht werden.

Eine Zusammenfassung und diverse Beispiele zur Anwendung des Coachings in verschiedenen Kontexten runden das Buch ab. Das Buch und seine Inhalte richten sich primär an Coachs, dienen aber ebenso als Arbeitsbuch für Studium und weiterführende Forschung und erlauben auch Führungspersonen und interessierten Laien einen umfassenden Einblick in die Ziele, Möglichkeiten und Prozesse eines Persönlichkeitscoachings. Das Buch dient somit auch einer Reflektion eigenen Verhaltens, ist aber nicht geeignet, in irgendeiner Art halbgaren Do-It-Yourself-Verfahrens die eigene Persönlichkeit ohne Begleitung ein wenig zu 'formen'.

Fundiert, gründlich und strukturiert, mit einer Darlegung vielfacher Methoden und einem nachvollziehbaren 'roten Faden' der Entwicklung ist das vorgestellte Coaching rundum überzeugend und klar dargestellt. Eine hervorragende Hilfe für in der Beratung von Führungspersönlichkeiten Tätige ebenso, wie eine Hilfe zur Reflektion des eigenen Verhaltens.

 

M.Lehmann-Pape 2011