Klett-Cotta 2014
Klett-Cotta 2014

Knut Eike Buchmann, Monika Frey-Luxemburger – Der Ton macht die Musik

 

„Wie man hineinruft……..

 

…….so schallt es heraus“.

 

Das ist eine bereits uralte Weisheit, die fast jedes Kind mit auf den Weg in das Leben bekommt. Und der Erfahrung nach ist daran, einfach zu beobachten, auch viel Wahres zu finden.

 

Je nach eigener „Laune“, je nach eigenem Tonfall, je nach eigener Wahl der Worte wird mit großer Wahrscheinlichkeit in bestimmter Weise die Antwort erfolgen. Wer bereits einmal erprobt hat, brüllend und mit zornrotem Kopf eine Bitte zu formulieren, der ahnt, das unter Umständen der Bitte hätte entsprochen werden können, ein solcher Tonfall aber umgehend Abwehr und Kampf hervorrufen wird.

 

Nun gilt dieses Wissen allerdings auch anders herum in tieferer Weise. Wer sich mit den „kommunikativen Regeln“ auskennt, wer geübt darin ist, anderen auf eine Art entgegen zu treten oder zu begegnen, die „der anderen Seite“ am ehesten entspricht, der wird in der Lage sein, zumindest einen spürbaren Einfluss auf den anderen oder die andere, auf die Beziehung, auf den Verlauf der Kommunikation zu nehmen.

 

Das Kontakt unter Menschen unterliegt naturgemäß einem gegenseitigen „sich Beeinflussen“. Womit das Thema dieses übersichtlichen Buches benannt wäre.

Wobei manipulative Techniken nicht vorgestellt werden (auch wenn diese, natürlich, aus den Inhalten abgleitet werden können).

 

Eher in Richtung einer „gelungenen Kommunikation“ und einer Trennung von „Ich-Botschaften“ (konstruktiv) und „Du-Botschaften“ (destruktiv) im Sinne eines Thomas Gordon legen die Autoren ihre flüssig zu lesenden Erkenntnisse vor, bis hin zu den „Eisbrecher-Anregungen“, die in Gordon-Trainings ebenfalls behandelt werden und hier im Buch als „Kunst des Small-Talks“ ihren Niederschlag finden.

 

Die Kunst, „Nein“ zu sagen ohne automatisch in Konflikte zu geraten, aber auch De-Eskalationstechniken, wenn Konflikte im Raum stehen werden im Buch dabei ebenso behandelt, wie eher selten vorgestellte Besonderheiten der Kommunikation.

 

Wie ist das, wenn ein „Geständnis“ ansteht, wenn man bei einer Lüge überführt wurde oder einer Lüge gegenübersteht, wenn man sich zu entschuldigen hat? Situationen, die häufig mit hohem Stressfaktor und notwendiger Selbstüberwindung einhergehen und in landläufigen Werken zum Thema der Kommunikation oft wenig Erwähnungen finden.

 

Wie hier „Brücken zur Wahrheit“ angedeutet werden  oder wie, auch in der inneren Disposition für ein „Geständnis“, im Wissen um folgende die emotionale Belastung der Beziehung zumindest Möglichkeiten angeboten werden, in Haltung und sprachlichem Ausdruck  einen möglichen „Neuanfang“ nicht schon durch die Art und Form des Geständnisses zu blockieren, das ist durchaus interessant zu lesen und, wie bei allen anderen Themen im Buch, eingängig durch praktische  Beispiele erhellt und vertieft.

 

Alles in allem finden sich im Buch keine umwälzenden neuen Erkenntnisse für eine „gelungener Kommunikation“ und ein „sich abgrenzen können“ bis hin zu wichtigen „Nebenthemen“  zwischenmenschlichen Austausches, welche die Lektüre durchaus lohnen.

 

 

Einfach, flüssig und sehr praxisorientiert bieten die Autoren ihre Erkenntnisse zudem sehr verständlich und nachvollziehbar an.

 

M.Lehmann-Pape 2014