Carl Auer 2011
Carl Auer 2011

R.Reinlassöder, Ben Furman – Jetzt geht’s!

 

Selbstcoaching statt Grübeln

 

Veränderungen herbeizuführen ist nicht einfach. Selbst Veränderungen in Kleinen bieten oft Hürden, an denen man letztlich scheitert. Gute Vorsätze sind Legion, wirklich vollzogene Änderungen von Gewohnheiten sind dagegen eine Promille-Seltenheit.

 

Auf der Basis des Grundsatzes der lösungsorientierten Beratung, dass die Entwicklung und Entfaltung vorhandener Ressourcen leichter ist, als die Arbeit an der Überwindung von Problemen, haben nun Reinlassöder und Furman in ihrem schmalen Buch eine Anleitung zum lösungsorientierten Selbstcoaching vorgelegt, die mit einfachen Worten und klaren Ansagen zumindest dem Leser ein grundlegendes Handwerkszeug an die Hand gibt auf dem Weg, gewünschte und wichtige Fähigkeiten zu erwerben.

 

Stringent zielorientiert bauen die Autoren ihren inneren Trainingsweg auf. Was bedarf es, um die eigenen Ziele zu erreichen? welche Veränderungen dienen dem gewünschten Weg? Welche Ressourcen (mit den Worten des Buches: welcher „Rückenwind“) sollte gesucht (und gefunden werden), um die innewohnende „Kraft zum Leben“ mitsamt dem „Mut zur Veränderung“ für den eigenen Weg zu entfalten und zu nutzen?

 

Probleme sind eben nicht Defizite, sondern sollten begriffen werden als „noch nicht entwickelte Fähigkeiten“. Durch die konsequente Einbindung der eigenen Intuition lässt sich hierzu ein „Innerer Coach“ entwickeln, der hilfreich Wege und Möglichkeiten eröffnet.

 

12 Schritte eröffnen die Autoren im Weiteren für den Weg des Selbstcoachings. Trotz aller spielerischen Elemente und trotz aller griffiger Beispiele, die sch im Buch finden, ein „einfach so Heilsversprechen“ legen die Autoren (zu Recht) nicht vor. Arbeit bedeutet es schon, sich intensiv mit sich selbst und seinen Zielen und Möglichkeiten auseinanderzusetzen.

 

Gut gelungen aber ist die Darstellung (und die Umsetzung) des lösungsorientierten Ansatzes für den „Selbstzweck“. Notwendige Grundlagen des Ansatzes werden kurz, aber ausreichend erläutert. Das Training selber leicht verständlich Schritt für Schritt erläutert. Von der Findung der eigenen „Vision“ zu Beginn über das Finden von Helfern, die Fixierung auf den Nutzen, Zwischenfortschritte würdigen, sich selber ein Versprechen geben bis zum Umgang mit (nicht ausbleibenden) Rückschlägen bietet das Buch eine konstruktive und jederzeit Mutmachende Anleitung, die Erkenntnisse der lösungsorientierten Arbeit auch „im Kleinen“, im Alltag Schritt für Schritt umzusetzen.

 

Sicher wird nicht jeder gleichermaßen mit einem „Selbstcoaching“ seine Zufriedenheit finden, nicht alle Probleme und Veränderungswünsche an sich selber können mittels der vorliegenden 12 Schritte alleine gelöst werden.

 

Aber einen guten Anfang, den kann man durchaus mit dem schmalen Buch in den Raum setzen. Und wichtige Eigenschaften wie Hartnäckigkeit, Geduld, den Umgang mit Rückschlägen und die Formulierung konkreter Ziele als Ressource entdecken und entwickeln.

 

In klarer und flüssiger Sprache bieten Reinlassöder und Furman eine gut strukturierte Anleitung, den Umgang mit lösungsorientierten Instrumenten in Eigenregie in das eigene Leben zu integrieren.

 

M.Lehmann-Pape 2011