Barden Publishing 2014
Barden Publishing 2014

Sybille Barden–Fürchtenicht – Triumph des Mutes

 

Den Abgrund meistern

 

„Fürchte Dich nicht“ ist der Satz, der am häufigsten in der Bibel vorkommt. Und so ist der Nachname der Autorin bereits Programm für ihr Buch.

 

Krisen meistern, Angst zwar spüren, sich von dieser aber nicht lähmen und nicht bestimmen lassen, Herausforderungen angehen, auch in schwierigen äußeren Momenten, all das sind Situationen, die der Mensch im Allgemeinen zwar nicht mag und gerne meidet, die aber dennoch sich im Leben eben nicht dauerhaft vermeiden lassen.

 

Im Gegenteil, wenn eine gewisse Entwicklung im Leben stattfinden soll, dann geht das notgedrungen mit Risiken und zumindest einem Schritt in bis dato unbekanntes Gebiet einher, sonst wäre es keine Entwicklung.

 

Aber eben auch das gilt: Kaum jemand beherrscht die „Kunst der Krise“ wirklich.

Krisen treffen daher gefühlt fast immer „unvorbereitet“.

Und schnell kommt da das Vertrauen in die eigenen Kräfte umgehend ins Wanken, dass, wie die Autorin richtig bemerkt, anscheinend nur in „guten Zeiten“ zur Ausstattung der Persönlichkeit zu gehören scheint.

 

Dennoch gilt der alte Satz unvermindert, dass Krisen nicht nur „auch“ Chancen bieten, sondern sich die größten Chancen für die persönliche Entwicklung gerade in Krisen eröffnen.

 

Da nun Krisen weitestgehend unausweichlich in jedem Leben sind und zudem ein hohes Entwicklungs- und Erkenntnispotential bieten, wäre es natürlich logisch, sich mit Krisen anzufreunden, um den „Gewinn“ sich selbst damit zu ermöglichen.

Was rational logisch klingt, für das Gefühl aber unerträglich scheint.

 

Ruhig und nicht ausschweifend macht die Autorin den Leser aufs Neue mit diesen Grundgedanken und Grundbefindlichkeiten des Lebens  zunächst bekannt und gibt einige systematische Anregungen für einen möglichst konstruktiven Umgang mit Krisen, bevor sich der eigentliche Hauptteil des Buches eröffnet.

Reale, geschehene, ganz praktische Erfahrungsgeschichten nimmt sie dabei immer wieder auf, von Menschen, die Krisen gemeistert haben. In verschiedenster Form, darin aber geeint, etwas „getan“ zu haben und aktiv mit der eigenen Angst und Ohnmacht umgegangen zu sein.

 

Erfahrungen, aus denen Barden-Fürchtenicht ebenfalls immer wieder zusammenfassend und wohltuend verständlich für den Leser die Quintessenzen aufbereitet.

 

Von der Resilienz über den Umgang mit der Angst, von der Sinnkrise zum Mut für den eigenen Lebenstraum, vom „Heft in die Hand nehmen“ („Erzählen Sie ihre Geschichte neu“) bis zu den zusammenfassenden „10 Schritten zur Krisenbewältigung“, handfest sammelt Barden-Fürchtenicht psychologische Erkenntnisse, persönliche „Krisenberichte“ und vermag es so sehr anschaulich und praktisch, im Buch die wesentlichen Eckpunkte zum konstruktiven Umgang mit Krisen zu verdeutlichen.

 

Dass dazu auch Vergebung gehört (und zwar anders als bei Al Pacino und seinem ersten Fahrrad, sondern eher wie bei Mandela und Tutu), dass es um ein Gehen geht (wie bei einem „Pilgern zu sich selbst und durch die Krise“), langsam, Schritt für Schritt und noch einiges mehr natürlich dazu gehört, um mutig auch Krisen gegenüber zu treten, davon erzählt das Buch lebendig und praktisch.

 

Nicht unbedingt weltbewegend neue Erkenntnisse treten dabei zu Tage. Aber in der Breite der Betrachtung und der daraus gezogenen und gut zusammengefassten Konzentraten weht mehr als nur ein Hauch an Motivation und Entfaltung von Mut durch das Buch zum Leser.

 

 

Eine sehr anregende und treffende Lektüre zum individuell „guten“ Umgang mit Krisen.

 

M.Lehmann-Pape 2014