Beltz 2013
Beltz 2013

Thomas Schulte – Der Weg zum professionellen Coach

 

Weiterbildung auf hohem Niveau

 

Coaching in der Gegenwart ist vielfältig, facettenreich, mit Hürden versehen und bedarf einer intensiven Arbeit an sich und seinen Kompetenzen, um im professionellen Bereich tatsächlich wirksam dann zu werden. Aufgrund der vielfältigen und  wenig geschützten Aus- und Fortbildungsmöglichkeiten, ist das Coaching aber auch eine Welt, in der sich viele auch mit nicht sonderlich professionell ausgeprägten Kompetenzen versuchen können. „Coaching“ ist kein geschützter Begriff oder geschützter Bereich. Einen guten Coach zu finden oder ein guter Coach zu werden ist daher kein automatischer Vorgang, sondern bedarf einer Prüfung auf der Suchenden und einer intensiven Lernbereitschaft auf der Anbietenden Seite.

 

Wie Thomas Schulte selber treffend bemerkt, hatte auch er sich zunächst nach einiger Fortbildung durchaus für einen „guten“ Coach gehalten. Bis er, Schritt für Schritt, dahinter kam, dass dies eher auf Einbildung denn auf Fakten beruhte.

 

Der Weg, den Schulte im Buch vorgibt, ist daher zu einem guten Teil auch sein eigener Weg der stetigen Professionalisierung seiner Kompetenzen als Coach. Ein Weg, dem man dem Buch in seiner Praxisnähe im Übrigen durchaus positiv anmerkt.

 

Wie geht man weiter nach en ersten Schritten und, vielleicht, den ersten Aufträgen? Welche Notwendigkeiten und Entwicklungsmöglichkeiten stehen für „Fortgeschrittenen“ an? Das sind die Fragen, mit denen Schulte sich beschäftigt und für die er verständlich und kompetent im Buch Antworten zur Verfügung stellt. Ein Buch, mit dem er an seine Darlegungen in „Coaching als Weg“ anknüpft und damit dokumentiert, dass gerade im Bereich des Coachings der Begriff vom „lebenslangen (eigenen) Lernen“ eine notwendige Verankerung besitzt.

 

Positiv hervorzuheben ist zudem, dass Schulte die Gabe der Konzentration gegeben ist.

Er verliert sich in seinen Darlegungen nicht in die vielfachen Verzweigungen und „auch noch“ wichtigen Themen, sondern setzt seine Schwerpunkte auf die Essentials des Coachings. Auf die innere Haltung, stetig weiter „erwachsen werden“ zu wollen, auf Vertrauen, Wertschätzung, die Bereitschaft zur ständigen Reflektion. Grundlagen, die er auf das „Vier-Bedürfnisse-Modell im Coaching“ zurückführt (Verständnis erlangen, Klarheit erzielen, kreative Problemlösung finden und die persönliche Weiterentwicklung befördern).

 

Und immer wieder rekurriert Schulte auf die persönlichen Kompetenzen des Coaches. Aus diesem eindeutigen und starken Schwerpunkt heraus ist erst zu verstehen, warum Schulte ein so entschiedener Verfechter des zurückhaltenden Umgangs mit Coachingtools (vorab definierte Abfolgen von Fragen, meist unterstütz durch Visualisierungen) ist. Natürlich „verbietet“ Schulte nicht die Nutzung von Hilfsmitteln, führt jedoch eindringlich vor Augen, dass Tools eben nur das sind, Hilfsmittel.

 

„Da aber jeder Mensch einzigartig ist und kein Coaching dem anderen vollständig gleicht, ist bei der Anwendung eines Tools immer der Coach und sein Können gefragt“.

 

Strukturiert, einsichtig, kompetent und sehr praxisnah legt Schulte seine Anregungen und Möglichkeiten für eine stetige Professionalisierung vor, die immer wieder in den einzelnen Themen und Bereichen des Buches um die Entfaltung und Entwicklung der persönlichen Kompetenz kreisen.

 

Wer sich eine Ansammlung „fortgeschrittener Medien und neuer Tools“ erwartet, der ist mit diesem Buch nicht gut bedient. Wer aber bereit ist, seine eigenen Kompetenzen und Entwicklungen ständig zu hinterfragen und sich selbst in der Persönlichkeit zu schulen, findet in diesem buch eine Fundgrube von Anregungen und Reflektionsmöglichkeiten, die verständlich und fundiert von Schulte vorgetragen werden.

 

M.Lehmann-Pape 2013