Gabler 2014
Gabler 2014

Urs. R. Bärtschi – Ich bin mein eigener Coach

 

Zur „Balance des inneren Teams“

 

Auf der Basis des „GPI“ (Testverfahren zur Grundrichtung der Persönlichkeit) nähert sich Bärtschi beratend seinen Klienten und baut darauf seine vielfachen, sehr praktischen und praktikablen, Interventionen, Hinweise und Anregungen auch in diesem Buch auf.

Und das, vorweg gesagt, in einer Sprache, die einfach Freude beim Lesen bereitet und die „Aha-Effekte“ verständlich in den Raum zu setzen versteht.

 

Möglichkeiten und Hinweise auf der Basis einer einfach scheinenden, dennoch aber differenzierten Selbstanalyse und Selbsterkenntnis, welche zu einem deutlich verbesserten „Selbstmanagement“ auf der Basis einer differenzierten „Selbsterkenntnis“ führen und damit zu einer Balance in der Person und in den Dingen, die individuell als Stärken und Schwächen, als Wichtigkeiten und Notwendigkeiten, als Fakten und Möglichkeiten vorliegen.

 

Bei genauerem Hinsehen sind dabei einige Grundströmungen verschiedener Ansätze der Therapie und Beratung erkennbar, die Bärtschi konstruktiv für sein Konzept zueinander führt (und in seiner Ausrichtung dann weiterentwickelt).

 

Auf der Basis der „Individualpsychologie“ Alfred Adlers beruht dieses Konzept grundlegend.

 

Vom „Lösungsorientierten Ansatz“ ist die Konzentration, sich mit „Stärken und Potenzialen“ zu beschäftigen und weniger Schwächen, Grenzen und deren internen Ursachen zuzuwenden, übernommen.

 

Aus der systemischen Therapie (mit einfließend in Schema- und Ego-State-Therapie) tauchen die Grundgedanken des „inneren Teams“ bei Bärtschi auf, die er auf vier „Grundrichtungen“, bzw. „vier innere Antreiber“ konzentriert (aber nicht vereinfachend nur reduziert, sondern auch in den entsprechenden „Mischformen“ und „Verbindungen“ benennt).

 

Vier Grundrichtungen (der Geschäftige, der Konsequente, der Freundliche, der Gemütliche), die in einem dynamischen Prozess die Handlungsweisen des Menschen bestimmen. Wobei genau auf diesen Prozess und die Balance der Grundrichtungen untereinander Einfluss genommen werden kann (unter professioneller Anleitung vor allem).

 

Wie das funktioniert, wie man sich zunächst selbst auf die Schliche kommt, die eigenen „Überwertigkeiten“ mancher „innerer Antreiber“ bestimmt, dann mittels der eigenen Stärken und Möglichkeiten (aber auch ganz praktischer Übungen im Buch) dieses „innere Team“ neu zueinander hin ausrichtet und auf diesem Wege das Selbstmanagement steigert (gerade in einer Zeit hoher und weiter wachsender Anforderungen), davon berichtet Bärschi aus spürbarer Erfahrung und Kompetenz heraus.

 

Somit sind zwar vielfach die Grundlagen des Konzeptes nicht unbedingt neu oder einzigartig, werden durch Bärtschi jedoch sehr verständlich zu einem „neuen Ganzen“ verbunden mit dem Ziel, bekannte, eingefahrene, aber „nicht hilfreiche“ Schemata der eigenen Wahrnehmung zu sehen, aufzulösen, zu verändern und damit für neue, andere, konstruktive innere „Kombinationen“ den Weg zu öffnen.

 

Gerade die stichwortartigen Beschreibungen der „Erscheinungsformen der Hauptdarsteller auf der eigenen, inneren Bühne“ bieten hierbei im Buch allein schon sehr nutzbare Hilfestellungen, sich selbst einmal unverkrampft gegenüber zu treten und fast spielerisch die eigene Person „von außen“ betrachten zu können.

 

Mit erstaunlichen Ergebnissen und einem Schritt für Schritt „Zurechtrücken“ des Selbstbildes. Mitsamt der Klärung eigener Ziele und Wichtigkeiten und der Stützung jener eigenen inneren Möglichkeiten, diese zu verfolgen und in das Zentrum des eigenen Bewusstseins zu rücken (statt, wie oft gewohnt, sich an den eigenen Begrenzungen und Schwächen vornehmlich (und meist erfolglos) abzuarbeiten).

 

 

Insgesamt eine sehr verständliche und schlüssige Darlegung, die umgehend Selbsterkenntnis generiert und eine hohe Motivation erzeugt, diese (nicht unbedingt neuen, aber anderen) „ungewohnten“ Wege für sich selbst einzuschlagen zu einer höheren inneren Sicherheit, Balance und konstruktiven Ausrichtung Als „Manager des eigenen Lebens“.

 

M.Lehmann-Pape 2014