JKamphausen 2012
JKamphausen 2012

Wolf W. Lasko – Das Abenteuer Deines Lebens

 

Ein Praxisprogramm gegen „Kopfdämonen“

 

Wie wäre es, den Partner, ganz gegen sonstige Gewohnheiten, zu Hause mit 100 Kerzen oder 1000 Blütenblättern zu überraschen? Wie wäre es, einen Tag unentgeltlich in einem Beate-Uhse Shop zu arbeiten? Wie wäre es einen attraktiven Mann, eine attraktive Frau anzusprechen mit der Frage:“Was muss ich denn tun, um Dich kennenzulernen“? Einfach so.

Oder wie wäre es, Freitagnachmittags zum Flughafen zu fahren, das preiswerteste Ticket zu kaufen und zu sehen, wo man landet für eine Nacht? Und dann dort zurecht zu kommen? Oder an einem Abend in verschiedenen Lokalitäten mindestens fünf fremde Menschen zu einem kleinen Snack und Gespräch einzuladen?

 

All das wäre äußerst ungewohnt und ganz anders als sonst. All das würde dazu führen, dass die je eigene „Komfortzone“ massiv verlassen werden würde und Neuland.

Eine Komfortzone der Sicherheit verlassen, die man sich im Lauf des Lebens als kontrollierbar, vermeintlich sicher und vor allem angstfrei eingerichtet hat, die aber ebenfalls dazu führt, das der Verstand zur Hochform aufläuft in seiner Neigung, Herausforderungen mit ungewissen Ausgang und Risiko „weg zu blocken“. Und damit das Lernen, das Reifen, je älter man wird, ebenso mehr und mehr nach hinten zu schieben.

 

Laskos Programm beruht auf dieser Beobachtung und setzt eine radikale Gegenthese. Es gilt, die „rote Linie“ der eigenen Komfortzonen, der eigenen Gewohnheiten und Sicherheiten zu überschreite. Denn nur gefühlter „Akutstress“ setzt Adrenalin frei, mobilisiert alle Kräfte im Menschen und kann so zu erstaunlichen Einsichten und Wendungen im Leben führen. Vor allem aber zum Wachsen, zu einem „über sich“ hinauswachsen.

 

„An Herausforderungen wachsen“, das ist Laskos Credo.

„Was können Sie tun, was sie bisher noch nie getan haben und unter normalen Umständen auch nie tun würden“. Und dann tun.

 

In kurzen und knappen Einlassungen erläutert Lasko zu Beginn sein klares Programm, das Buch ist klassisches Lehrbuch oder ein abstrakter Ratgeber. Wenige Seiten reichen, um das, was Lasko will, eindrucksvoll darzustellen.

Und dann lässt er 216 Anregungen folgen, was denn genau man tun könnte, um rote Linien zu überschreiten. Dass hier so manches im Raume steht, was für Singles als „Kennelernaktionen“ beschreibbar ist, stört hier und da dann doch ein wenig den Ablauf ebenso, wie die ein oder andere erotische Aufgabe. Diese Teile mögen nicht allen Lesern Ansporn geben.

Aber im überwiegenden Teil der Praxis und in der Einsichtigkeit seiner Grundhaltung besitzt das Buch durchaus Kraft zur „Sprengung“ der (selbstgemachten) Alltagsbeschränkungen. Keine der Ideen führt zu massiven Konflikten, jede der Ideen ist durchführbar (aber kostet echte Überwindung) und kann im schlechtesten Falle nicht mehr schaden, als dass es nicht weiterführt oder langweilt. Im besten Falle aber den eigenen Horizont deutlich erweitern. Und schon dafür lohnt es sich, Lasko zumindest erprobend zu folgen.

 

Langeweile versus Lebenslust stände dann am Anfang der „roten Linien“, vor allem aber „abenteuerliches Neuland“, das nicht zum Zeitvertreib betreten wird, sondern um die eigenen Blockaden im Kopf und im Leben zu überwinden.

Sich selbst zu zeigen, dass die eigene Person deutlich mehr am Leben teilnehmen kann, deutlich mehr in diesem Leben bewegen kann, als es die angstgesteuerte Bequemlichkeit in der Regel zulassen.

 

Wer erproben möchte, ob und wieweit Wachstum der Person noch möglich ist, der ist mit diesem Buch ganz praktisch hervorragend ausgestattet, trotz mancher Vorschläge, die vielleicht nicht für jeden „rote Linien“ darstellen. Neuland eher mit eher Neugier denn mit Fluchtreflexen zu betrachten, das kann durchaus mit diesem ganz andren Ansatz gelingen. Erprobenswert.

 

M.Lehmann-Pape 2012