Beltz 2011
Beltz 2011

Wolfgang Schnotz – Pädagogische Psychologie

 

Lehrbuch zum Überblick der Grundstruktur

 

Übersichtlich, kompakt, nicht ausufernd und dennoch alles Wesentliche fundiert enthaltend, so stellt sich bereits in 2. Auflage das Lehrbuch zur „Pädagogischen Psychologie“ dar. Wobei als eines der Hauptunterfangen des Buches sicherlich zunächst zu nennen ist, aus der ungeheuren Breite des Faches konzentriert eben jene Grundstrukturen auszumachen. Wie Schnotz im Vorwort ja zu recht anführt, befasst sich das Fachgebiet der Pädagogischen Psychologie mit einem äußerst komplexen und breiten Gegenstand. „Pädagogische Prozesse sind allgegenwärtig... (und) lassen sich aus sehr unterschiedlichen Blickwinkeln analysieren“.

 

Neben der möglichen (und in anderen Werken vorliegenden) Betrachtungen aus „Sicht des Lehrenden“ oder der Darstellung der Teilgegenstände aus verschiedenen Perspektiven oder der Darreichung als Handwörterbuch wählt Schotz den Weg einer „Überblicksperspektive der Grundstrukturen des Faches“.

 

Der Vorteil dieser Angehensweise erschließt sich bereits in den ersten Kapiteln und erhärtet sich im weiteren Verlauf der Lektüre. Das Lehrbuch bietet in kompakter Weise zunächst alles Wesentliche zu den Grundlagen der Pädagogischen Psychologie in ihren vielfältigen Erscheinungsweisen (Humanistische Ansätze, behavioristische Ansätze,  handlungsorientierte Ansätze, Entwicklungs- und Sozialisationsbedingungen (u.a. Anlage- und Erziehungseinflüsse), didaktische Orientierungen, Lehr-Lern-Medien, Lernstrategien, Beratung) und eröffnet in den einzelnen Kapiteln und Themenbereichen einerseits durch die Darbietungsform und andererseits durch beständige Querverweise beste Verweise auf effiziente Möglichkeiten der vertiefenden Weiterarbeit. Für die Grundlagen des Faches allerdings ist das Buch alleine fast schon als ausreichend zu bezeichnen, eben weil sich Schnotz jeweils auf das Wesentliche des aktuellen Standes der Forschung konzentriert, diese aber auch in notwendiger Breite darstellt.

 

Übersichtlich bietet sich so beispielsweise des Kapitel der Lehr-Lern-Medien in einer einfachen Unterteilung in Texte, Bilder und neue Medien dar, in dem alles grundlegende gesagt wird, natürlich aber eine differenzierte Betrachtung der einzelnen Medien samt der vielfältigen Einsatzmöglichkeiten jeweils nur kurz angerissen werden kann. Da aber Schnotz bereits im Vorwort gängige Standardwerke anderer Herangehensweisen benennt, bietet er zugleich zu seinen Einlassungen die nötigen und möglichen Ergänzungen gleich mit an. Dabei lässt er selbst es nicht fehlen an klaren und prägnanten Bewertungen, wo diese nötig und möglich sind. So bieten seine Einlassungen zur Wirksamkeit von komplexen Lernstrategien durchaus (wie auch an anderen Orten im  Buch) die Möglichkeit einer raschen Orientierung, einer auch graphisch gelungenen Übersichtlichkeit und somit eine klaren Weg zur vertiefenden Bearbeitung.

 

Sprachlich verständlich, nachvollziehbar aufgebaut (nach einer Grundlegung  zu Gegenstand und Aufgabe des Fachgebietes) bietet das Buch eine breite Betrachtung  der Kerngebiete der Pädagogischen Psychologie und des aktuellen Standes der Diskussion zu den unterschiedlichen Bereichen.

 

Ständige Verweise auf weiterführende Literatur, explizite Benennung der wichtigsten Namen und ein ausführliches Glossar samt Literaturverzeichnis machen einerseits das Arbeiten mit dem kompakten Buch einfach und bieten andererseits vielfältige Eröffnung vertiefender Weiterarbeit. Zu Recht auf dem Weg, ein Standardwerk für Studium und Wissenschaft zu sein.

 

M.Lehmann-Pape 2011