Heyne 2012
Heyne 2012

Akif Pirincci - Göttergleich

 

Munterer „Katzenthriller“ mit einigen logischen Ungereimtheiten

 

1989 bereits ließ Akif Pirincci seinen Kater Francis das erste Mal kriminalistisch ermitteln und seitdem hat sich an der entspannten Sprache, dem trockenen Humor des Katers und den verzwickten Situationen, in die Francis ob seiner unstillbaren, angeborenen Neugier gerät, nicht viel verändert.

 

In seinem neuesten Abenteuer aber kann Francis eigentliche gar nicht so recht was dafür, dass er seine Ermittlungen aufnehmen muss und sich, wieder einmal, in gefahrvolle Situationen bringen wird, die er lakonisch und kühl bestehen muss. Ein Unfall eher ist es, der ihn im wahrsten Sinne des Wortes „aus der (Zeit-) Bahn wirft“.

 

Denn eigentlich genießt Francis sein wunderbares Familienleben mit Sancta, seiner Partnerin (unterbrochen nur hier und da von leichten Eifersuchtsattacken der holden Katzendame) und mit Junior, seinem wunderbaren und pfiffigen Sohn. Da betritt Sancta die Strasse, aus reiner Neugier, Francis muss sie retten, wird selber angefahren und plötzlich – läuft die Zeit rückwärts. Acht Minuten und sechsundfünzig Sekunden, um genau zu sein (was übrigens in den Ereignissen der Geschichte selbst so fast nicht stimmen kann, die Zeitabläufe, die Francis im „Rückwärtsgang“ absolviert müssten deutlich länger sein, bei all dem, as er in diesen knapp 9 Minuten alles erledigt hat).

 

Seine „Familie“ glaubt ihm eher nicht, ein psychologisch geschulter Kater („Sigmund“) soll Abhilfe schaffen, doch während der „Sitzung“ geschieht Erstaunliches. Nur gut, dass eine Art „mentales Geistwesen“ Namens Pi Francis begleitet und immer wieder in gefährlichsten Momenten zur Stelle ist, um Francis zu retten. Der sich inzwischen einem „Rat der schwarzen Katzen“ gegenübersieht, welcher ihn aus dem Weg schaffen will, der sich einer internationalen Verschwörung gegenüber sehen wird. Der alle modernen technischen Hilfsmittel benutzt (ein interessanter Kater, der mittels eines I-Mac recherchier“ und er bald nicht mehr sicher sein kann, wer eigentlich  noch Freund und wer Feind ist. Ganz wie unter Menschenwesen eben, die ja durchaus „Pate“ standen für die Charakterisierung auch der einzelnen Katzen und Kater im Buch.

 

Munter, kurzweilig, durchaus spannend und mit viel lakonischem Humor glänzt Pirincci auch mit seinem neuesten „Katzenthriller“. Allerdings sind einige Ungereimtheiten im logischen Ablauf nicht weg zu diskutieren, ebenso, wie einige der „Rettungen“ aus Gefahren doch weit hergeholt erscheinen. Gelungen demgegenüber ist die Grundidee und die eingestreuten Dialoge und Erläuterungen zu Zeitparadoxien. So bleibt der Leser gespannt darauf, was sich hinter all den Zeit-Ereignissen letztendlich verbergen mag.

 

Insgesamt ein unterhaltsam zu lesendes neues Abenteuer des Katers Francis, das trotz einiger logischer Ungereimtheiten den Leser bei der Sache hält.

 

M.Lehmann-Pape 2012