Piper 2015
Piper 2015

Arne Dahl – Hass

 

Intelligente Spannung

 

Im Lauf der Jahre hat sich einiges im Umfeld und in der Besetzung des ehemaligen A-Teams verändert. In der neuen „Opcop“ Gruppe bei Europol finden sich aber genügend altbekannte und vertraute Charaktere wieder, um diese Fortsetzung der A-Gruppe beim Leser fließend mit zu übernehmen. Auch wenn Kerstin Holm nur mehr eine kleine Nebenrolle spielt und Peter Hjelm seit einiger Zeit nun bereits in den Mittelpunkt der Ereignisse tritt.

 

Der schwer trägt an den Folgen der letzten Fälle, dem Verschwinden eines seiner „Ermittlerpaare“, das seit nun mehr zwei Jahren als tot gilt. Und mit der Psychologin Ruth in Gespräche eintritt. Sich aber auch auf anderer Seite Hilfe für den Fall besorgen wird, die nicht alltäglich ist.

 

Neue Herausforderungen, alte Feinde aus dem Gefängnis heraus, ein neuer „Mitspieler“ auf dem Drogenmarkt, dazu die alteingesessene kalabrische Mafia, von allen Seiten her mehren sich die Indizien, dass hinter den Kulissen Verbindungen zu alten Fällen wieder zum Leben erwachen, die größte Gefahr mit sich bringen.

 

„….ging er in Gedanken alle Stationen durch, an denen sich die Paare zur Zeit befanden“.

 

In Mechelen, wo der wichtigste Zeuge eines genetischen Programmes im Koma liegt.

 

In New York, wo ein „ehrenamtliches“ Mitglied der toughen Polizeigruppe eine gefährliche Organisation infiltriert.

 

In Madrid, wo ein Team einer brandneuen, hoch wirksamen Droge auf der Spur ist.

 

In Italien, wo intensiv nach den Hintergründen des Verschwindens von Fabio Tabelli und seiner Kollegin gesucht wird.

 

In China, wo ein Ermittlerpaar eher als Geiseln des undurchschaubaren Polizisten Wu Wie gehalten wird, denn kollegial in China mit ermitteln zu können.

 

Ermittlerpaare mit ihren je ganz eigenen, individuellen, von Dahl inzwischen in der Tiefe ausgeloteten Persönlichkeiten, Stärken und Schwächen, die, jeder auf seine und ihre Weise, kompetent und mutig den vielen Fäden nachgehen, in die Dahl auch diesen Fall wieder zerlegt hat.

 

Wobei Dahl all dies sprachlich hervorragend in Szene zu setzten weiß, die äußeren Ereignisse, die Gefahrenmomente, die Action-Elemente und die jeweiligen Atmosphären der verschiedenen Orte präzise vor den Augen des Lesers erstehen lässt und dies bestens jeweils in Verbindung mit dem inneren Erleben seiner Personen setzt.

 

Heimliche genetische Forschungen, gieriger Raubtierkapitalismus, eiskalte Kriminelle, die oft einen Schritt voraus zu sein scheinen und ein „Einkreisen“ des wahren „Schuldigen“, das Dahl intelligent mit einigen überraschenden Wendungen und dennoch sehr folgerichtig umfassend erzählt.

 

So das am Ende des Thrillers kein Faden mehr lose bleibt und der Leser die Lektüre mit dem Gefühl beendet, eine wahrhaft auserzählte Geschichte hinter sich zu lassen, die in stetigem Tempo hervorragend unterhält und die handelnden Personen nahe gerückt hat.


M.Lehmann-Pape 2015