Fischer 2010
Fischer 2010

Barry Eisler – Letzte Vergeltung

 

Der letzte Fall des Tokio-Killers

 

Die Großmächte beginnen jetzt, Konferenzen abzuhalten über die Gefahr eines atomaren terroristischen Anschlages, da hat Barry Eisler diese akute Problematik bereits seit längerem im Blick und in seinem neuen Thriller verarbeitet.

 

John Rain, der "charismatischste Killer seit James Bond" gerät in seinem neuesten und (wohl zumindest vorerst) letzten Auftreten an die Grenzen seiner Möglichkeiten. Nicht zuletzt durch seine Beziehung zu seiner Freundin Delilah (ausführlich vorgestellt in den vorhergehenden Bänden), erlebt er, wie die Brüche in seinem Inneren stärker werden.

Sein Ausstieg aus dem "tödlichen Geschäft" ist für ihn beschlossene Sache, doch hat er nicht mit alten und hartnäckigen Feinden gerechnet. Durch die Entführung seine besten Freundes und Partners Dox sieht er sich im Zugzwang. Drei Aufträge soll er für seinen alten Feind, den Drahtzieher der Entführung, noch erledigen. Doch er ahnt, dass es damit nicht getan sein wird und die Falle für ihn schon aufgebaut wurde.

 

So beginnt die Hatz über die Kontinente mit Täuschungen und Gegentäuschungen, eine Jagd, die Seite für Seite mehr vom eigentlichen Plan und den Beweggründen seines Gegners John Hilger entlarvt, bis hin zum letzten Showdown in Holland.

 

Barry Eisler hat sich noch einmal übertroffen, Waren seine Figuren, gerade die des John Rain, immer schon vielschichtig angelegt und nie einfach mit schwarz-weiß Kategorien beschreibbar, entfaltet sich im nunmehr letzten Fall um die Hauptperson herum ein intensives und packend beschriebenes Psychogramm des Kampfes zwischen gegensätzlichen, inneren Antrieben.

Gerade die Vielschichtigkeit der Personen mit den nachvollziehbar und intensiv geschilderten inneren Kämpfen, das Auflösen alter Feindlinien und die realitätsnahe Grundidee der Geschichte faszinieren nachhaltig an diesem Buch.

 

Das die ein oder andere ein wenig konstruiert werdende Abkürzung genommen wird, ist leicht verzeihlich und dient letztlich nur der Lesbarkeit und Geschwindigkeit der Handlung.

 

Barry Eisler, der einige Jahre selber aktiv im "Metier" der Geheimdienste zugebracht hat, vermag es, einsichtig und spannend die Aktivitäten hinter den Kulissenzu beschreiben und dem Leser damit einen fundierten Einblick in die Denk- und Handlungsweisen sowie die technische Vorgehensweise dieser Welt zu geben.

 

M.Lehmann-Pape