Blessing 2011
Blessing 2011

C.C.Fischer - Erlösung

 

Große Geschäfte

 

 „Als sie etwas älter war, fing meine Großmutter an, Detektiv zu spielen. Das habe ich von ihr, meine Mutter war ganz anders“.

Etwa in der Mitte des Buches kommt Ella Bach, von Hause eigentlich Ärztin, zu dieser Erkenntnis des familiären Erbes. Bis dahin allerdings ist bereits so einiges passiert, dass sie mitten hinein in die Hintergründe großer Geschäfte gezogen hat.

 

Nicht aus Schicksal wurde sie hineingezogen, da ist es wieder, das familiäre Erbe der Großmutter, eine Art angeborener Neugier, die nicht eher ruht, wenn sie geweckt wurde, bis klar ist, worum es geht.

 

Zu Anfang stand noch ein ganz normaler Noteinsatz als Ärztin in Berlin. Eine junge Frau wurde angegriffen und brutal verletzt zurückgelassen und das in einer ansonsten völlig verlassenen Wohnung. Nach einer professionellen und durchaus einer Verwunderung der Ärztin über die Begleitumstände hätte dennoch alles seinen ganz normalen, medizinischen Gang nehmen können, wenn die junge Frau nicht am nächsten Tag aus dem Krankenhaus verschwunden wäre. Der Fahrer des Rettungswagen wird von Ella Bach wenig später ebenfalls tot aufgefunden und so nehmen die immer enger sich verschlingenden Verwicklungen ihren Lauf, innerhalb dessen Ella Bach in lebensbedrohliche Gefahr gerät, ihre bereits erwähnte Spürnase entdeckt, mit einer gehörigen Portion Mut und Hartnäckigkeit den Spuren der Verbrechen folgt und bald schon erkennt, dass sie es mit sehr mächtigen und einflussreichen Gegnern zu tun hat, die keinerlei Skrupel kennen, wenn es um ihre Geschäfte geht. Eine Skrupellosigkeit, die den ein oder anderen Toten noch hervorbringen wird. Eine Jagd beginnt, die von Berlin nach Paris führt und inhaltlich in die Welt der Hochfinanz, in deren Reihen seit langem ein gefährliches Geschäft betrieben wird.

 

Natürlich findet sie Hilfe, wie es in einem solchen Thriller durchaus üblich ist in Form eines attraktiven, doch relativ undurchschaubaren Mannes und Journalisten. Wohin entwickelt sich diese Beziehung? Auf welcher Seite steht der Journalist Dany am Ende des Falles? Enn um ihn wird es noch einige Überraschungen geben. Fragen, die sich neben dem Hauptmotiv ebenfalls anregend und spannend durch die Seiten des Romans ziehen, wie überhaupt Fischer einen lebendigen und schnellen Stil bevorzugt. Einige Rückblicke erhellen zwischendurch das Geschehen in der Gegenwart, bis zum Ende hin deutlich wird, wie lange diese Machenschaften bereits zurückreichen und wer alles beteiligt ist. Ein fulminantes Finale übrigens, das bestens getimt dem Buch einen Abschluss gibt.

 

C.C.Fischer schreibt souverän und routiniert, mit leichter Hand entwickelt er seine Figuren durchaus lebensnah und da, wo es der Spannung zuträglich ist, auch doppelbödig angelegt.

Selbstverständlich kann man den Realitätsgehalt wilder Verfolgungsjagden und dem ständigen „sich selbst befreien“ oder unvermittelt gerettet werden aus kniffligen Situationen nicht all zu hoch ansetzen, auch im Finale des Buches nicht. Aber eine spannende, durchaus durchdachte und anregende Unterhaltung bietet das neue Buch von Claus Cornelius Fischer in durchaus guter Weise.

 

M.Lehmann-Pape 2011