Galiani 2013
Galiani 2013

Christopher Brookmyre – Die hohe Kunst des Bankraubes

 

Vielfältig, mit trockenem Humor und spannend

 

Brookmyer kann es cool (in seiner Erläuterung es Wertes weiblicher Dienstleistungen und seiner Beschreibung der Multitaskingfähigkeit harter Männer am Telefon).

 

Und hart (wenn es an das Auffinden von Leichen samt detaillierter Beschreibung des Inhaltes von Einmachgläsern oder an „Strafaktionen“ geübter Killer geht.

 

Und romantisch (tatsächlich, wenn auch nur hier und da).

 

Aber auch höflich und mit trockener Ironie (wenn Clowns mit vollendeten Manieren sich Bankangestellten nähern).

 

„Vielen Dank, für freuen uns über Ihre Kooperation und ich bin mir sicher, dass wir einen angenehmen Nachmittag miteinander verbringen werden“.

 

Auch wenn das die Angestellten der Bank nicht ganz so entspannt sehen dürften.

 

„Wenn also ihre Hände bereits oben sind, lassen Sie sie bitte einen Augenblick dort, und die, bei denen das noch nicht der Fall ist, bitte wir um Verzeihung für diese Zeitweilig Einschränkung ihres Rechtes auf freie Meinungsäußerung“.

 

Klar, dass der Leser ahnt, wer hinter der Maske steckt.

 

Zal Innez. Bis vor kurzem hinter Hochsicherheitsriegeln. Und das durchaus zu Recht. Und ebenso ist sich der Leser im Klaren darüber, dass hinter dem Überfall und hinter jenem Innez eine ganz andere Organisation noch steckt. Mit leichten Problemen in der inneren Hierarchie. Die der ein oder andere für sich zu nutzen gedenkt. Über diesen perfekten Banküberfall in Glasgow hinaus. Was auch mit Harry zu tun hat, der im Auftrag unterwegs ist, um möglicherweise in die eigene Tasche arbeitenden „Angestellten“ nachdrücklich die eigentliche Hierarchie nahezubringen.

 

Wenn da nicht Angelique de Xavia wäre, Polizistin, die sich eng mit dem Fall befasst. Die ihre körperlichen Bedürfnisse seit längerem bereits nur beim Sport „entspannen“ kann. Bis Sie auf Zal Innez trifft. Um mit diesem Zusammentreffen die Dinge noch ein deutliches Stück mehr zu komplizieren, als sie es bis dahin schon waren.

 

Spannend, flüssig, mit Tempo geschrieben, wobei Bookmyre dennoch darauf achtet, seinen handelnden Personen nicht zu kurz kommen zu lassen. So ergibt sich ein gut zu lesender Thriller mit vielseitigen Wendungen und ebenso vielen Zwischentönen, die den Leser in Beschlag nehmen und die Lektüre zu einer sehr anregenden Unterhaltung gestalten.

 

M.Lehmann-Pape 2013