Blommsbury-Berlin 2011
Blommsbury-Berlin 2011

Helen und Morna Mulgray – Das Geheimnis von Islay Island

 

Die Katze als Spürhund

 

Im dritten Teil der Krimireihe um den weiblichen Detektive Smith, die verdeckte Ermittlerin des britischen Zoll- und Finanzamtes und ihrer kongenialen „Partnerin“, der Perserkatze Gorgonzola, ausgebildet als „Spürnase“ in Bezug auf Drogen, verschlägt es das ungleiche Duo auf die „Whiskey Insel“ Islay.

 

Der gesuchte Drogenbaron Moran soll dort in Kürze auftauchen, seine Geliebte Gabrielle ist bereits vor Ort als Gast auf dem Landgut des Whiskey Herstellers Sir Cameron-Blaik. Welchen interessanterweise seit kurzem keine drängenden Geldsorgen mehr zu plagen scheinen. Ein Indiz mehr, dass Cameron-Blaik durchaus mit Moran unter einer Decke stecken könnte.

 

Als Butlerin wird Smith auf das Landgut „vermittelt“, schleust erfolgreich ihre Katze Gorgonzola unerkannt auf das Gelände und nimmt ihre Untersuchungen auf, nachdem Gabrielle sie sich quasi als Zofe von Cameron-Blaik erbeten hat (der nie einen weiblichen Butler einstellen würde). Erschwert wird ihr die Arbeit zum einen durch die Neugier ihrer Katzendiva, die sich umgehend mit dem cholerischen Koch des Landgutes „bekannt“ macht und nun Objekt einer „Katzenjagd“ wird und zum anderen durch die überschaubare Enge auf Insel (und Landgut). Fluchtwege sind rar gesät, das Gelände gut gesichert, Detektive Smith wird höllisch aufpassen müssen, nicht in das Kreuzfeuer der Verdächtigungen zu geraten.

 

Vom ersten Augenblick an ist somit klar, das dies kein einfacher Job werden wird, vor allem, da Cameron-Blaik misstrauisch und voll schlechter Laune ist. Geheimnisvolle Treffen zunächst just an den Stellen des Landgutes, von denen Smith ferngehalten wird, zeigen auf, das einiges im Gange ist. Intensiv versucht der Lady-Detektive, mehr zu erfahren.

 

Smith, die im Vorfeld unfreiwillig Zeugin eines Leichenfundes an der schottischen Küste geworden war (der erst am Ende des Buches seine Bedeutung in der Geschichte erhalten wird), hat nun alle Hände voll damit zu tun, einerseits ihre Katze aus der Schusslinie zu halten, andererseits ihrem Vorgesetzten Informationen zu entlocken, die dieser nicht zu geben bereit scheint, zudem ihren Job als Butlerin bestens auszufüllen und zu guter letzt sich auf die Spuren des Drogenbarons zu setzen. Unterstützung erhält sie von Sandy Duncan, einem vorgeblichen Beobachter wilder Tiere, der sich ebenfalls hier und da auf das Gelände einschleicht, um seinem Hobby nachzugehen. Doch ist diese Geschichte glaubwürdig? Oder hält Sandy ebenfalls mit Informationen hinter dem Berg? Zumindest macht er Smith auf einen neu erbauten Schuppen am Strand aufmerksam, den beide sich näher anschauen wollen.

 

Flott und frisch im Stil bietet das Buch durchaus anregende Unterhaltung, sieht man einmal von einigen Ungereimtheiten ab. Dass jemand nach kurzer Lektüre eines kleinen Buches sich als perfekte „Butlerin“ auszugeben vermag, wirkt doch ein wenig übertrieben. Dass eine Katze zur „Spürkatze“ ausgebildet werden kann und, bis auf einige Allüren, fast schon intim kommunikationsfähig mit „Frauchen“ ist, erscheint ebenfalls im Grundsatz weit hergeholt zu sein. Nimmt man diese Voraussetzungen allerdings einfach hin, dann ergibt sich ein leger geschriebenes Buch mit dem ein oder anderen spannenden und einigen überraschenden Wendungen, das allerdings nicht immer in den Bann zieht, sondern hier und da auch fast ein wenig „dahinplätschert“.

 

M.Lehmann-Pape 2011