Blanvalet 2011
Blanvalet 2011

James Rollins – Das Flammenzeichen

 

Solider Thriller

 

Wie im Vorgängerbuch, an das Rollins mit diesem neuen Werk inhaltlich anschließt, spielt die amerikanische Sondereinheit „Sigma-Force“ mit Painter Crowe an der Spitze die zentrale Rolle im Buch. Natürlich treffen auf allen Seiten des Buches alte Bekannte ebenfalls wieder ein. Grayson Pearce als Top Mitarbeiter von Sigma, die italienische Polizistin Rachel Verona, seine verflossene Liebe, Monk, der nach dem Verlust seiner Hand darauf drängt, wieder in den aktiven Dienst Sigmas treten zu können stehen auf Seiten der „Guten“ und „Die Gilde“, die dunkle Organisation der Widersacher, die ebenfalls bereits im Vorgängerbuch eine schwerwiegende Rolle spielte auf der Seite der Gegner, mitten drin die schöne Gilde-Agentin Seichan, die ein undurchsichtiges Spiel betreibt.

 

Ebenfalls nicht geändert hat sich der Stilmix, den James Rollins seinen Büchern zugrunde legt. Zum einen der klassische, actionlastige  Geheimdienstthriller mit den „Helden von Sigma“, die zwar weder äußerlich noch innerlich nicht unverwundbar im Raum stehen und dennoch die Dinge letztlich im Griff haben werden, zum anderen aktuellste wissenschaftliche Forschungsergebnisse (in diesem Buch die genetische Veränderung von Lebensmitteln und die drohende, ökologische Apokalypse des Planeten aufgrund von Umweltverschmutzung und Überbevölkerung) und zum dritten das mystische Elemente. Hier steht die Prophezeiung des katholischen Priesters Mael Madoc mit im Raum, der im 12. Jahrhundert alle weitern Päpste, die noch folgen sollen, durch kurze Visionen gekennzeichnet hat. 112 an der Zahl, seinen Visionen nach und der gegenwärtige Papst ist die Nummer 111. Auch von dieser mystischen Seite droht somit das Ende der Welt.

 

In der Gegenwart geschehen rasch hintereinander drei Morde. Zwei stehen in direktem Zusammenhang mit biogenetisch veränderten Lebensmitteln, der dritte an einem Priester im Petersdom in Rom hat zu den beiden anderen zumindest die Verbindung eines merkwürdigen Kreuzbrandzeichens auf der Stirn, ein uraltes, druidisches Symbol.

 

Und so machen sich die Mitarbeiter von Sigma auf, gemeinsam mit neuen Verbündeten, das Rätsel zu lüften. Von Rom über Amerika bis Oslo, vom Club of Rome bis zu „Gilde“ reichen die vielfältigen Fäden, die es zu entwirren gilt. Schon bald wird klar, dass es darauf hinausläuft, dass eine Gruppe im Hintergrund auf dem Weg zur verdeckten Weltherrschaft ist und bereits begonnen hat, massiv Einfluss auf die Regierungen zu nehmen. Sigma sieht sich gleich von mehreren Seiten her gefährdet und eine temporeiche Jagd zur Rettung der Welt beginnt, gespickt mit mystischen Anklängen und gegenwartsbezogener Faktenlage der Gefährdung des Planeten durch den Menschen an sich.

 

Ein grundlegendes Sujet, dass aus vielerlei, nicht nur, aber vor allem, amerikanischer und angelsächsischer Thriller durchaus bekannt ist und trotz Anreicherungen in Mystik und wissenschaftlicher Faktenlage im Kern der Geschichte kaum überrascht.

 

Solide, stimmig und gut erzählt auf der einen Seite, sprachlich doch recht einfach strukturiert und in mancherlei Wendungen zu vorhersehbar, bietet James Rollins eine Mischung aus Dan Brown und Robert Ludlum, die eingängig zu lesen ist, das Genre aber nicht neu erfindet. Die geheime Organisation, welche die Welt vor dunklen Machenschaften zu retten hat zum Wohle der unbescholtenen und nichtsahnenden Bürger wird sicher auch in Zukunft immer wieder Stoff für Spannungsromane ergeben. In diesem Reigen ist James Rollins nicht die schlechteste Wahl.

 

M.Lehmann-Pape 2011

James Rollins

Neueste Technologiekenntnisse und fundierte wissenschaftliche Fakten, verknüpft mit historischen und mythologischen Themen – all das macht die Abenteuer-Thriller von James Rollinsaus. Mit dem Auftakt zu seiner hochspannenden Reihe um die SIGMA-Force feierte er international bereits riesige Erfolge. Der passionierte Höhlentaucher James Rollins betreibt eine Praxis für Veterinärmedizin in Sacramento, Kalifornien.
(Quelle: Blanvalet Verlag)