Limes 2014
Limes 2014

Jerome Delafosse – Schwarze Tränen

 

Spannend

 

„Das ist er……. Das ist der Verdächtige von Montagabend!“.

 

Eine männliche Wasserleiche, die aus dem trüben Wasser am Quai Henri IV. herausgezogen wird. Ein Mann, der „verrückt und gleichzeitig klar“ wirkte, als er noch lebte und von der Polizei aufgrund seines merkwürden Verhaltens sichergestellt werden sollte.

Dem ein äußerst merkwürdiges Aussehen korrespondierte.

„Der Zombie“ wurde er umgehend nach der Verfolgungsjagd getauft.

 

Und der die Pariser Polizei zunächst vor einiges an Fragen stellt. Eine Leiche, die so manches „in sich trägt“, was Folgen haben wird und dennoch vor ein großes Rätsel stellt. Vor allem aber einen terroristischen Hintergrund befürchten lässt.

 

Diesem Rätsel widmet sich der Polizist Raphael Zeck und stößt im Rahmen seiner Ermittlungen auf die Journalistin Sinead Mckeown.

 

Eine Frau auf der Flucht, in ganz Europa wegen eines Anschlages gesucht. Ein Anschlag, von dem der Leser weiß, dass die junge Frau Opfer und nicht Täterin ist. Ein Anschlag im von Gewalt geschüttelten Irland, der ihr Mann und ihre Schwangerschaft zu  Opfer fielen.

Oder liegen die Hintergründe für den Tod ihres Mannes ganz woanders? War das gar kein zufälliges Attentat? Sollte die Bombe im Haus nur Spuren verwischen?

 

Neue Spuren allerdings tauchten auf, die Sinead schwer belasten. Um den oder  die Mörder zu finden, ist sie untergetaucht.

 

Vielleicht haben die Gerüchte um ihre Täterschaft und der Haftbefehl, der gegen sie ausgestellt wurde etwas zu tun mit diesem seltsamen Inhalt eines Glasbehälters, den sie in ihrem zerstören Haus gefunden hat? Und wer, wenn nicht ihr Mann, könnte diesen Behälter dort aufbewahrt haben?

 

Was aber hätte diese mit einer „nachwirkenden“ Wasserleiche in Paris zu tun?

 

Fragt sich der Leser und fragen sich im Lauf der Ereignisse später dann auch Raphael und Sinead, jeder von beiden auf seine Weise immer tiefer in den Sog der Ermittlungen der Hintergründe der beiden Verbrechen einbezogen. Ein Verbrechen, bei dem es bei den Morden zu Beginn bei weitem nicht bleiben wird und im Verlauf dessen beide Protagonisten auch selbst in große Gefahr geraten werden.

 

Eine „dunkle Wissenschaft“, Agenten und Spione, die IRA und der ganz lapidare Kampf um die  Macht. Um große Macht durch eine mögliche neue, wissenschaftliche Entdeckung.

 

Ein wissenschaftliches Forschen im Übrigen, dass neben dem klassischen Teil der Verbrechensaufklärung durchaus seinen Raum im Buch einnimmt und von Delafosse genauso realitätsnah geschildert wird, wie er die politischen Strömungen der Zeit In Irland, vor allem aber in Osteuropa immer wieder dicht mit einfließen lässt.

 

Mit zunächst vielen losen Fäden und Rätseln, mit überraschenden Wendungen und einem sehr gelungenen Finale, in dem er fast zum Schluss den beiden Hauptpersonen und dem Leser wirklich klar wird, um was es geht und wer verantwortlich die Fäden gezogen hat.

 

 

Spannend und mit einem überzeugenden Plot versehen, bietet „schwarze Tränen“ einen sehr guten wissenschaftlichen Politthriller oder politischen Wissenschaftsthriller auf der internationalen „Bühne“ Mitte der 90er Jahre des letzten Jahrhunderts.

 

M.Lehmann-Pape 2014