Piper 2014
Piper 2014

Kat Carlton – Code Black

 

Jugendthriller mit kritische zu sehendem Ende

 

Kari Andrews ist 16 Jahre alt, nicht die Attraktivste, in ihren Augen (wie so häufig bei pubertierenden Jugendlichen) und lebt in “besonderen Umständen”.

 

Ihre Eltern sind CIA Agenten und immer steht unterschwellig Gefahr im Raum. Daher haben die Eltern mit ihr und ihrem jüngeren Bruder Charlie (eine Art „Albert Einstein light“) einen „Code Black“ vereinbart.

Bei einer bestimmten SMS haben die Kinder umgehend zu flüchten, Treffpunkte mit den Eltern sind vorher festgelegt, in einem Schließfach wartet eine „Überlebensausrüstung“ fürs Erste.

 

So ist nicht verwunderlich, dass Kari umgehend reagiert, als die Worte auf ihrem Handy erscheinen. Wo aber sind ihre Eltern? Warum tauchen an den vereinbarten Treffpunkten Kollegen der Eltern, Agenten, auf und machen Jagd auf sie und ihren  Bruder?

 

Mit Müh und Not (und einer gehörigen Portion Kampfkunstkenntnisse a la James Bond) gelingt Kari einige Male die Flucht. Bis sie selbst die Initiative ergreift und mit ihrer besten Freundin und anderen Schulfreunden versucht, Licht ins Dunkle des Geschehens zu bringen.

 

Wobei auch hier zunächst geklärt werden muss, wer Freund und wer Feind ist. Denn dieser Evan, der immer zum ungünstigen Moment auftaucht und sich als ziemlich anhänglich erweist, könnte der einer der „Gegenseite“ sein?

 

Was sich alles zudem noch dadurch kompliziert, dass Luke, in den Kari heimlich verliebt ist, der „All american Boy“ der Schule (wie ihn die Autorin im Buch wörtlich beschreibt), notwendig zur Aufklärung hinzugezogen werden muss. Denn Lukes Vater ist Direktor der CIA und auf seinem Laptop wäre der Zugang zu einer wichtigen Datenbank zu finden.

 

So entsteht ein typisches „Katz und Maus“ Spiel mit jugendlichen Helden, die ein um das andere Mal über sich hinauswachsen, ohne das typische Genervt sein, Verliebt sein, sich Necken und heimlich Schwärmen dabei hinten anzustellen.

 

Das Ganze in typisch jugendlich-lässiger Umgangssprache geschrieben, ohne hier zu sehr zu übertreiben, liest sich dieser Jugendthriller durchaus flüssig und mit spannenden Momenten.

 

Sicher, der äußerst kluge Charlie nervt nach einer gewissen Weile (nach einigem Schmunzeln über seine „Interessen“), ebenso, wie dieses klassische amerikanische System des „Schwärmens für Sporthelden“ einfach auch sattsam bekannt und eigentlich durchgehechelt ist. Aber wer ein Faible für „Popcorn Thriller“ mit jugendlichen Helden in sich trägt, wird hier durchaus auf seine Kosten kommen.

 

Kritisch zu sehen ist allerdings, gerade bei der gedachten Zielgruppe, die (überraschende) Auflösung des Thrillers in „Gut“ und „Böse“, die „Benutzung“ Kari´s und ihres Bruders  und die innerlich verhärtende Entwicklung der Hauptperson Kari.

 

Ohne zu viel zu verraten wären auch andere Personen als letztendlicher „Feind“ denkbar (und wünschenswerter) gewesen und wäre auch ein anderes „offenes Ende“ ohne diese rachedürstende Verhärtung als Hinweis auf u.U. folgende Abenteuer im Rahmen dann von „Generation Interpol“ zu begrüßen gewesen.

 

 

Alles in allem ein munteres Agenten-Abenteuer für jugendliche Leser mit durchaus treffend gezeichneten Charakteren, der ein oder anderen unrealistischen Übertreibung der „Kampfkraft“, einer überraschenden Auflösung (die sich nicht nur je nach Geschmack des Lesers, sondern auch grundsätzlich kritisch bewerten lässt) und einem Ausblick auf mehr „Aufträge“ für Kari Andrews.

 

M.Lehmann-Pape 2014