rororo 2010
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Kate Pepper – Der Domino Killer

 

Lebenszerstörende Bedrohung

 

Karin Schaeffer war Polizistin, eine gute. Den „Domino Killer“ hat sie, letztendlich, gestellt, damals. Aber zu was einem Preis? Sein Markenzeichen war und ist, dass er an den Tatorten Domino Steine zurückließ, deren Zahlenwerk Hinweise auf seinen nächsten Mord in sich trugen. Aber nicht nur deswegen trägt er den Beinamen Domino Killer.

 

Sondern auch, weil er ganze Familien tötet. Nacheinander. Wie Domino Steine. Und das musste auch Karin Schaeffer am eigenen Leib erleben. Ihre dreijährige Tochter und ihr Mann, beide starben im Lauf der Ermittlungen gegen den Killer.

 

Nun sitzt dieser im Gefängnis und wartet auf seine Verurteilung, während Karin ihr altes Leben hinter sich lassen musste, stark Suizid gefährdet auf wackligen Beine neue Schritte zu gehen versucht mit Hilfe Ihrer Therapeutin. Ihren Dienst hat sie quittiert.

 

Da bricht der Domino Killer aus. Er hat noch eine Aufgabe vor sich, denn Karin Schaeffer lebt noch, als letztes Mitglied ihrer eigenen, kleinen Familie. Und zudem hat sie ja noch einen Bruder, eine Schwägerin und eine kleine, zweijährige Nichte. Als Karin merkt, dass der Killer auch ihren Bruder und seine Familie bedroht, nimmt sie die Jagd auf den Flüchtigen wieder in die eigene Hand.

 

Tatsächlich gelingt es ihr, ihn wieder zu fassen. Doch kaum sitzt er wieder im Gefängnis, verschwindet die kleine Nichte. Hat der Killer einen Komplizen? Eine intensive Suche nach dem kleinen Mädchen und dem Entführer beginnt,

 

Eine durchaus spannende Grundidee verfolgt Kate Pepper in ihrem neuesten Thriller. Interessant auch, dass der eigentliche Fall mitten im Buch ja bereits gelöst zu sein scheint und dennoch ein weiteres Kapitel um den Domino Killer aufgeschlagen werden muss. Auch die innere Leere und Verzweiflung ihrer Protagonistin wird von Pepper gut eingefangen, die mögliche neue Liebe geschickt und unterschwellig in Szene gesetzt.

 

Für einen wirklichen spannenden Thriller aber lässt sie es, zumindest in diesem Buch, an den notwenigen sprachlichen Mitteln und sich aufbauenden Spannungskurven vermissen. Ein wenig blutleer kommt das Buch daher. Obwohl die Szene der ersten Begegnung Karins mit dem Killer tatsächlich für Thrill zu sorgen versteht, hält sich dieses im Rest des Buches nicht durch.

 

So verbleiben eine gute Grundidee, eine solide Konstruktion und eine differenziert gezeichnete Hauptfigur. Daneben aber stehen einige Längen und nur selten sprachlich und in der Atmosphäre des Buches wirklich gestaltete Spannung. Das Buch bietet solide Unterhaltung, nicht mehr, aber letztlich auch nicht weniger.

 

M.Lehmann-Pape 2010