Fabulus 2016
Fabulus 2016

Klaus Schuker – Kontrolle. Macht. Tod

 

Anregende Lektüre

 

Auch wenn in Schukers neuem Kriminalroman so einiges an (weiblichen) Leichen auftauchen wird. Und diese nicht immer in der besten „Verfassung“ aufgefunden werden, so ist dies doch weniger ein blutrünstiger Schocker oder Thriller, sondern gerade im Zusammenspiel der Personen und der wahren Hintergründe der Taten ein intelligent angelegtes Psychodrama.

 

Sicher, letztlich fährt Schuker starkes Geschütz der Hobby-Psychologie auf, aber alleine schon die Handlungsweisen und Charakterisierungen der Personen bieten in wortgewandtem Erzählfluss vielfache Abgründe und Hintergründe, denen man als Leser bei der Lektüre gerne nachgeht.

 

Was vor allem, aber bei Weitem nicht nur, die Hauptperson, Privatdetektiv Molden, angeht. Dieser eher ruhige, unscheinbare Mann, der eher gemütlich mit kleineren Fällen und einer ausreichenden, wenn auch nicht überbordenden „Rücklage“ für das Leben gut ausgestattet ist.

 

Meint er. Denn etwas fehlt doch, was ihm bis dato im Alltag gar nicht weiter aufgefallen ist, aber ihn umgehend „anspringt“, als er durch Zufall Greta begegnet.

 

Die keine Sekunde zögert, ihren Familienstand zunächst klarzustellen, um sich dann doch auf ein erstes Treffen mit dem völlig verzauberten Molden einzulassen.

 

Der zugleich von einer besorgten Mutter in einem merkwürdigen Fall um Hilfe gebeten wird.

 

Ein anonymer Anrufer hatte ihren Sohn bei der Polizei angezeigt. Als möglichen Mörder einer jungen Studentin. Zwar ist der Verdacht ausgeräumt, doch scheinbar lässt es der Mutter keine Ruhe, sie will wissen, wer der Anrufer war.

 

Und Molden geht in Spur. Von Beginn an mit einem unangenehmen Gefühl dem lässigen, erwachsenen Sohn gegenüber und mit einem nicht ganz zu fassen bekommen dessen, was genau die Motive der Mutter sein mögen.

 

Fragen, denen er im Verlauf der Ermittlungen nah und näherkommt. Und dabei, ohne es zunächst zu ahnen, in das Fadenkreuz des Mörders gerät. Der sich gerne auf besondere Weise Frauen widmet und in Greta die Achillesferse des Detektives ausmacht.

 

Zum Ende hin überschlagen sich die Ereignisse im da schon doch als geklärt geltenden Fall; und ohne Blessuren und Blut wird auch Molden nicht aus den vielfachen Intrigen und hintergründigen Abläufen herauskommen.

 

 

Sprachlich sehr flüssig und abwechslungsreich geschrieben sind sicherlich einige der psychologischen Begründungen und, vor allem, Folgen für das Handeln mancher Personen im Buch eher einfach gestrickt und nicht sonderlich realistisch anmutend, im Gesamten aber bietet der Roman eine anregende und in Teilen spannende, gute Unterhaltung.

 

M.Lehmann-Pape 2016