Piper 2018
Piper 2018

L.S. Hilton – Ultima

 

Explizit, aber auch mit bekanntem Thriller-Thema

 

Kernig geht es zur Sache, wenn Judith Rashleigh auf „Männerfang“ ist. Und die Herren der Schöpfung lassen sich im Buch natürlich nicht lange bitten, auch gerne zu zweit, wenn es Judith nach herber Härte gelüstet.

 

Explizit sind die erotischen Szenen, mit denen Hilton, wie gewohnt, die Fährnisse ihrer Protagonisten nunmehr im dritten Band erzählt.

 

Wobei eine „gesunde Härte“ der Kunstexpertin auch nicht fremd ist, was körperliche Gewalt (nicht selten mit Todesfolgen) angeht. Da liegen so einige Leiche herum, mit denen Rashleigh ihren bisherigen Weg gepflastert hat.

 

Nie aus Launen heraus, immer mit Grund oder auf dem Hintergrund persönlicher Bedrohungslagen. Wobei sie einen bisher ausgespart hat, auch mangels echter Gelegenheit. Romero da Silva, Polizist in Italiens Süden und auch mit anderen „Traditionen“ dieser Gegend eng verbunden. Wie auch mit Dejan Raznatovic, einem nicht allseits bekannten, aber sehr umtriebigen Waffenhändler, der die Flüchtlingsströme der Gegenwart zu sehr konkreten und einträglichen Geschäften zu nutzen weiß.

 

Wobei alle drei Probleme haben. Judith mit da Silva und Raznatovic, da Silva mit Raznatovic, dieser mit Hintermännern, die einiges an Barem von ihm zurückfordern. Was zum roten Faden auch dieses Thrillers führt.

 

Kunst und wie man mit ihr Geld macht. Auch wenn die Kunst künstlich auf alt getrimmt werden muss, damit der Erlös stimmt. Und wer wäre besser dazu geeignet, als RAshleigh, offiziell natürlich immer noch Galeristin aus Leidenschaft und mit Erfolg.

 

Allerdings, dass, was da an „Kleingeld“ im Raum steht als benötigter „Erlös“, das würde wohl jedem ein wenig die Schweißperlen auf die Stirn treiben. Nicht nur ein aufwendiges, auch ein gefährliches Spiel ist es, worauf sich Rashleigh einlassen muss. Immer mit da Silva, dem knurrigen, trockenen, harten Cop an ihrer Seite. Hilfe und Aufpasser zugleich. Ein Job, der die beiden durch halb Europa und herüber nach Nordafrika führen wird.

 

„Wann genau wolltest du mich eigentlich umbringen“?

„Morgen, meine Süße, oder vielleicht übermorgen“.

 

Wobei, das mit dem Umbringen, da haben sich ja schon einige dran versucht. Und sich an Judith Rashleigh dabei die Zähne ausgebissen.

 

Für Spannung ist somit gesorgt, ebenso für ein gewisses Tempo, trocken-ironische Dialoge und nicht wenigen Erläuterungen über Kunst und wie man diese hergestellt hat und aktuell herstellen könnte.

 

Was allerdings nicht unbedingt neu als Thema und Blaupause eines Thrillers ist, von Hilton selbst bereits ja zweimal bereits solide umgesetzt wurde und auch in diesem dritten Band um die „Maestra“ und „Domina“ Rashleigh nicht unbedingt ganz neue Akzente setzt.

 

 

Dennoch, wie gewohnt, eine solide und anregende Unterhaltung.

 

M. Lehmann-Pape 2018