Scherz 2010
Scherz 2010

 

Paul Mceuen – Spiral

 

Mikrobiologische Bedrohung

 

Wenn ein anerkannter Wissenschaftler, Professor im Bereich der Nanotechnologieforschung einen Thriller schreibt, dann ist  zweierlei zu erwarten (und beides trifft ein). Zum einen ein fundiertes Wissen über das gewählte Thema und zum zweiten ein eher sachlich nüchterner Sprachstil, geprägt von der Gewohnheit der Veröffentlichungen im wissenschaftlichen Bereich.

 

In diesen Polen sind nun auch die Stärke und Schwäche des Buches genannt. Mit einem faszinierenden Wissen zieht Paul Mceuen hinein in die Welt der Nanobiologie.

 

Liam Connor, Mikrobiologe, ist seit dem Ende des Krieges gegen Japan im Besitz eines hochtoxischen Pilze, den Japan als Waffe im zweiten Weltkrieg entwickelte, aber nie zum Einsatz brachte. Sollten die Sporen des Pilzes jemals freigesetzt werden und auf Menschen übertragen werden, wäre die Auslöschung von Millionen von Menschen, wenn nicht sogar der gesamten Menschheit, die Folge. Als Liam Connor ermordet aufgefunden wird und sein Assistent Jake feststellt, dass der Pilz gestohlen wurde, beginnt ein rasanter und überaus spannender Kampf gegen die Zeit auf der Suche nach dem Mörder und dem verschwundenen Pilz. Als die Sporen freigesetzt werden, kann nur eine andere Erfindung des ermordeten Connor eine umfassende Epidemie verhindern.

 

Mceuen Entführt den Leser dabei in eine öffentlich oft unbekannte Welt der kleinsten Zellen und Bedrohungen, eine Welt, die von Wissenschaftlern, Interessen der Industrie und, vor allem, von Hightech dominiert wird. Jederzeit absolut überzeugend in der Darstellung der Fakten führt Mceuen die Bedrohung vor Augen, zudem gelingt es ihm, die wissenschaftlichen Details in eine spannende Geschichte einzubauen, die durchaus von der ersten bis zur letzten Seite in den Bann zieht. Auch in der differenzierten Charakterisierung der handelnden Figuren gelingt ihm die Entfaltung der Persönlichkeiten.

 

Im Sprachstil sachlich nüchtern fehlt es hier und da an Ausschmückungen und Feinheiten, eine bildhafte Sprache ist seine Sache nicht. Hier wäre ein wenig mehr Anreiz an die Fantasie des Lesers und ein stärkeres mit hinein nehmen in die Welt der handelnden Figuren wünschenswert gewesen.

 

Im Gesamten solide und fachlich überzeugend in der Grundidee der Geschichte, spannend in der Entwicklung der bedrohlichen Ereignisse, allerdings im Gesamten ein stückweit zu nüchtern im Stil.

 

M.Lehmann-Pape 2010