Scherz 2010
Scherz 2010

Peter James – Und morgen bist Du tot

 

Spiel mit dem Leben

 

Detective Superintendent Roy Grace geht mit diesem Buch in seinen fünften Fall. Der angenehm unprätentiöse Polizist seiht sich, wie von Peter James nicht anders gewohnt, einem ausgefeilten und lange im Blick auf die Verursacher im Dunkeln verbleibenden Verbrechen gegenüber.

 

Das weltweit wichtige Thema notwendiger Spenderorgane steht im Mittelpunkt der Geschichte, hier anhand der Mutter einer Organbedürftigen Tochter, die bereit ist, jeden Preis für die Gesundheit ihrer Tochter zu zahlen.

Jeden, auch den, eine notwendige Niere über obskure Verbindungen her zu erlangen.

 

Natürlich mutet es ihr ebenso merkwürdig an wie wohl jedem anderen auch, als sie feststellt, dass das Internet mehr bereit hält als die gängigen Kaufmöglichkeiten. Sie nimmt Kontakt zu einer Firma auf, die ihr die notwendige Niere, natürlich zu einem exorbitanten Preis, verspricht. Eine Firma, die vielleicht sogar zu tun haben könnte mit den Meldungen über drei Tote Teenager, deren Leichen das ein oder andere Organ fehlte.

 

Roy Grace beginnt, zu ermitteln und dringt weiter und weiter in ein erschreckendes Szenario krimineller Machenschaften vor, bei dem Menschenleben auf den materiellen Wert der brauchbaren Organe reduziert werden.

 

Ein erschreckendes Szenario deshalb, weil Peter James, wie gewohnt, sorgfältig und gründlich recherchiert hat und der Eindruck in den Raum tritt, dass hier zwar literarisch überspitzt, dennoch aber durchaus reales Geschehen mit in den Raum tritt. Vielleicht würden Organhändler nicht in Mitteleuropa soweit gehen, wie hier geschildert, aber es gibt genügend Orte auf dieser Welt, die nicht so stark im Blick der Öffentlichkeit liegen und an denen daher vieles möglich sein könnte von dem, was Peter James hier in den Raum setzt.

 

In einer Weise in den Raum setzt, die bestens unterhält. Gerade die unprätentiöse Charakterisierung seines Protagonisten Roy Grace ist dabei eine Stärke des Buches. Sachlich, nüchtern, nicht abgelenkt von beständigen persönlichen Eskapaden der Hauptfigur (trotz einer, ebenfalls im angenehm hintergründigen verbleibenden, beginnenden Liebesgeschichte des Superintendenten), liegt das Augenmerk auf der Entwicklung der intelligenten Geschichte, die durch den knappen und präzisen Sprachstil schnörkellos Seite für Seite ohne Durchhänger oder Längen vorangebracht wird.

 

Beste Unterhaltung, gründlich recherchiert zu einem wichtigen Thema.