Heyne 2013
Heyne 2013

Robert Crais – Strasse des Todes

 

Gradlinig, spannend und cool

 

Man sieht fast schon auf einer imaginären Leinwand vor sich, wie Matt Damon als Elvis Cole (nomen est omen), Brad Pitt als Joe Pike und ein blondierter Mark Wahlberg als Jon Stone dieses rasante Buch als Schauspieler zum anregenden Film „transportieren“ könnten (wobei natürlich, je nach Gusto des Lesers, auch andere Schauspieler die entsprechenden Rollen besetzten könnten).


Gradlinig und klar, mit trockenen Sprüchen, mit beinhartem Einsatz, wo es nötig ist, dem entsprechenden militärischem Hintergrund (zumindest bei zweien der Protagonisten), dem ebenso entsprechenden Waffenarsenal und der Haltung, angefangene Dinge auch zum Ende zu bringen, egal, wie gefährlich die Situation werden sollte, legt Robert Crais ein rasantes Tempo im Thriller vor.

 

Und setzt die seit Jahrzehnten bestehende illegale Einwanderung (nicht nur von Mexikanern) in die USA zum zentralen Thema des Buches. Ein „Geschäft“, dem Jack und Krista auf ihrem „romantischem Ausflug“ eher zufällig in die Quere kommen und umgehend mit „eingesammelt“ werden. Von „Piraten“. Nicht auf hoher See, sondern harte Gangs, deren Geschäftsmodell darin besteht, den entsprechenden „Schleppern“ jene illegalen Einwanderer „abzunehmen“ und dann bei deren Familien (so möglich) noch den letzten Rest an Dollars herauszuquetschen als Lösegeld.

 

So geraten Jack und Krista zwischen die Interessensfronten derer, die Geld mit dem „Schleppen“ verdienen, derer, welche die Illegalen professionell „bestellen“ als Arbeiter und eben jener, welche dazwischen funken und ein ganz eigenes Geschäft mit den Lösegeldern tätigen (wobei eine Chance auf ein tatsächliches „Freikaufen“ natürlich eher nicht gegeben ist).

 

Bis Elvis Cole von Kristas Mutter beauftragt wird, ihre Tochter zu finden und zu befreien. Der seinen Freund Joe Pike mit ins Boot nimmt. Der wiederum seinen Kontakt zum Söldner Jon Stone spielen lässt, um sich im koreanischen Umfeld besser „umhören“ zu können. Denn ein wichtiger Koreaner ist mit verschleppt worden, wie sich zeigen lässt.

 

Crais nutzt klare Hauptsätze, prägnante Bilder, einen trockenen Humor zur temporeichen und spannenden Darstellung der Jagd auf die Entführer, die sowohl was die nackte Zahl angeht wie auch im Blick auf ihre Skrupellosigkeit harte Gegner sind. Ob Cole mit seinen beiden Mitstreitern dagegen halten kann? Wobei im Lauf der Ereignisse deutlich wird, dass gerade Pike und Stone auch „keine Gefangenen“ machen, wenn es hart auf hart kommt.

 

Ein klarer, gelungener und unterhaltsamer Thriller, der in seiner gesamten Anlage bereits nach einer Verfilmung als Action Kracher ruft.

 

M.Lehmann-Pape 2013