carl´sbooks 2014
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Susanne Kliem – Die Beschützerin

 

Sich steigernde psychologische Spannung

 

Vermutet der Leser im ersten Drittel des Buches noch, dass unter Umständen die Dinge und Gemengelage der Beziehungen sich komplexer darstellen werden, der „Täter“ nicht so offenkundig bereits im Raume steht, so sieht man sich in dieser Erwartung dann doch im Lauf der Lektüre enttäuscht.

 

Letztlich steht schon mit Lesen des Klappentextes im Raum, wer „gut“ und wer „böse“ ist und so richtet sich die Konzentration der Lektüre alleine darauf, wie sich das Wechselspiel um die „Fernsehfrau“ Janne Amelung Seite für Seite steigert und sie mehr und mehr in den Strudel eines gefährlichen Stalkings, in das Objektiv einer gestörten Person gerät.

 

Jane, die im Sender nicht nur die wichtigstes Show (mit dem attraktivsten Showmaster) betreut, sondern die auch, ohne es zu wollen, fast nebenbei in die Verantwortung für die Zukunft des Senders gerät.

 

Die „Berater“ sind im Haus und durchforsten nach Einsparpotential. Jannes Chef spielt ein merkwürdiges Spiel dabei und taucht zunächst gar nicht auf, Jannes Freund sieht seine private Zeit mit Janne hinweg schwimmen (und reagiert dementsprechend ärgerlich), der neue Nachbar wendet sich ihr zu, aber mehr und mehr muss Janne feststellen, dass sie beruflich und bald auch privat „unter Beschuss“ gerät.

 

Geplante Projekte werden gestört, ihre wichtige Präsentation wird von außen unterminiert, ihr Freund hat plötzlich einen neue kontakt, eine neue „Kundin“, die Sand sehr geschickt Sand ins Getriebe der Beziehung zu schütten scheint.

 

In einfacher Sprache erzählt  Kliem diese Geschichte von Mobbing und Bedrohung, die über weite Strecken durchaus unterhaltsam und flüssig zu lesen ist, der es aber doch hier und da an möglichen Überraschungen, komplexen Ereignissen und möglichem „Beziehungstiefgang“ fehlt. Zu gerade und klar spinnt die Spinne ihr Netz.

 

Zum Ende hin dann zieht Kliem die Spannungskurve deutlich an, bietet einen intensiven Showdown auf engstem Raum und öffnet im Epilog noch einmal neue Bedrohungen, bei denen man die innere Unruhe Jannes (die bleiben wird) sehr gut nachvollziehen kann.

 

 

Alle in allem ein eher „leichter“ Unterhaltungsroman“ mit stereotypen Figuren, der das Thema des Mobbing, Stalking und der Bedrohung in stetigem Tempo „geradeheraus“ (und dies durchaus in emotional wirksamer Atmosphäre)  vorantreibt.

 

M.Lehmann-Pape 2014