Carlsen 2011
Carlsen 2011

Todd Strasser – Blood on my hands

 

Krimi mit Hintergrund für Jugendliche

 

Durchaus die Lebenswelt seiner Protagonisten und die lesender Jugendlicher hat Todd Strasser in seinem Buch getroffen, keine Frage. Von der legeren und aktuellen Sprache bis hin zu den Hierarchien und Gepflogenheiten innerhalb jugendlicher Gruppen hat seine Geschichte einen hohen Wiedererkennungswert. Es gibt sie einfach, die, die oben stehen, bewundert und begehrt werden und die damit einfach das Sagen haben und jene, die sich eher am Rand aufhalten. Wer dazugehören will, der muss nach den Regeln jener spielen, die die Marschrichtungen der Mode, dessen, was cool ist und was man zu haben du zu tun hat vorgeben. Um fast jeden Preis.

 

Auch die 17jährige Callie bildet da keine Ausnahme. Eng schließt sie sich an Katherine an, eines der Mädchen ihrer Schule, die ganz oben stehen. Gut tut ihr das nicht, das wird bei der Lektüre des Buches deutlich. Nicht nur, dass sie in Gefahr ist, sich selbst über diese Orientierung an Katherine hin zu verlieren, nicht nur, das sie ihrem Freund den Laufpass gegeben hat (was später klar wird). Nein, vor allem, weil Katherine nun tot ist. Ermordet mit einem Messer und Callie neben der Leiche gefunden wird, mit dem Messer in der Hand.

 

Von dieser Ausgangssituation her entfaltet Todd Strasser nun eine durchaus spannendes Katz und Maus Spiel. Callie, auf der Flucht, die weiß, dass die Indizien erdrückend gegen sie sprechen und die im Angesicht der Polizei keine Chance haben wird, ihre Unschuld zu beweisen, muss nun selber Licht in das Dunkle der Tat bringen. Und zugleich darauf achten, nicht gefasst zu werden, bevor sie weiß, wer der Täter ist.

Ihre einzige Hilfe ist gerade jener Junge, dem sie wegen ihrer Sucht, Katherine und den anderen zu gefallen, den Laufpass gegeben hat.

 

Während sich die Aufklärung des Falles entfaltet mit manch gefährlichen Situationen für Callie und ihren Freund, Slade, eröffnet Todd Strasser in einem zweiten Erzählstrang die Hintergründe und Vorgeschichte der Tat. In der Verwobenheit der Ereignisse tauchen bald bereits für den Leser erste Verdächtige auf, doch so einfach macht es Strasser dem Leser nicht, einige überraschende Wendungen baut er ein, die immer wieder auf neue Spuren dann verweisen.

 

Stringent durchgehalten im Buch ist bei all dem sein Anliegen, deutlich zu machen, dass letztendlich andere Werte im Leben wichtig sind und andere Beziehungen tragfähig sich erweisen werden als die rein vordergründigen Moden und Hierarchien. Eine Warnung gibt er so im Hintergrund seiner Zielgruppe der Jugendlichen mit auf den Weg, darauf zu achten, an wen man sich anschließt und wem man sein Vertrauen schenkt. Ebenso, wie er es als wichtig herausarbeitet, nicht rein oberflächlich und vordergründig sein Leben auszurichten.

 

In kurzen Sätzen, klarer und einfacher Sprache und überschaubaren Handlungsabschnitten macht er es zudem leicht, der Geschichte sprachlich und inhaltlich zu folgen. Manchmal zu leicht, einiges an Dialogen und Ereignissen wirkt doch auch ein wenig platt. Dennoch bietet das Buch gerade jugendlichen Lesern eine intelligente Geschichte, fassbare Personen und durchaus einen spannenden Ablauf. Eine Lektüre, die man beendet mit dem Wissen, wie licht man sich selber bereit ist, aufzugeben, um nur dazu zu gehören Mit kleinen Abstrichen somit durchaus zu empfehlen.

 

M.Lehmann-Pape 2011