Bloomsbury 2011
Bloomsbury 2011

Ben Schott – Schotts Sammelsurium Geld und Wirtschaft

 

Das etwas andere Kompendium zum Thema Geld

 

Das ist das passende Wort, „Sammelsurium“.

 

In wilder Reihenfolge, fast rein assoziativ zu bezeichnen, in vielfältig auch wechselnden Formen, vom Lexika Eintrag über Schaubilder und Tabellen bis hin zu kleinen Bonmonts und Texten reichen die vielfachen und vielfältigen Eindrücke, die Ben Schott in seinem kleinen Kompendium unkommentiert dem Leser fast „hinwirft“.

 

„Geld stink“? Aber ja, aufgrund einer chemischen Reaktion des Metalls mit der Haut. „Brutto und Netto“ kurz erklärt? Sofort zu Anfang. Aktuelle Zahlen zur Rangliste von Wohneigentum in diversen Ländern? Findet sich im Buch. Durchaus aber auch, dass sich Geldprobleme bei ca. 2ß0 % der Menschen direkt auf ihr Sexualleben auswirken (negativ natürlich).

 

Direkte, indirekte, verdeckte, gar „Bagatellsteuern“ werden, wie alles andere im Buch übrigens auch, kurz und knapp aufgeführt und im Begriff erläutert. Natürlich hier auch der Unterschied zwischen „Steuervermeidung“ (legal) und „Steuerhinterziehung“ (illegal!).

 

Daneben finden sich zudem solch exotische Einwürfe wie eine Erläuterung zur „tierischen Wirtschaft“, was man nämlich unter einer „Entenklemme“ oder einer „Regenwurmtheorie“ oder dem „Goldesel“ zu verstehen hat.

 

Schön, dass man im Buch auch eine Aufstellung der Diäten von Abgeordneten, Ministern und Kanzlerin findet, einige Seiten nach der Auflistung historisch belegter Geizhälse.

 

Ein wilde durch- und zueinander ist es, welches Ben Schott in diesem keinen Büchlein dem Leser zuwirft, weder erkennbar sachorientiert noch alphabetisch geordnet, wie eine „Sammelsurium“ im Keller oder auf dem Dachboden eben, wo man in der Unordnung mal blindlings diesen, mal jenen Gegenstand in die Finger bekommt. Da freut es den Leser doch, dass im Glossar des Buches ein alphabetisches Stichwortverzeichnis zu finden ist. Nachdem man also ein wenig vorne gelesen und dann ein wenig allgemein geblättert hat, ist es durchaus möglich, sich anhand des Glossars einen Überblick zu verschaffen und dann gezielter in die Erläuterungen Schotts hinein zu schauen.

 

Eine durchaus nicht unflotte Idee, sich dem hochernsten Thema Geld und Wirtschaft mal auf diese Weise zu nähern, immerhin kann man im Buch auch entdecken, was eigentlich genau jene wilden Zeichen zu bedeuten haben, mit denen Börsenmakler auf dem Parkett ständig herumwedeln. Sicher kein buch, was die Welt dringend gebraucht hätte, aber auch keins, dass keinen Erkenntniswert besitzen würde. Durchaus angenehm nebenbei einmal durchzublättern und hier da sich näher zu vertiefen.

 

M.Lehmann-Pape 2011