Brunomedia 2011
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Prof. Burkhard Schwenker - Europa führt!

 

Ein Plädoyer für Europa!

Dieses Buch und sein Titelgebendes Plädoyer für Europa hat mich vor allem in Zeiten der (angeblichen) Euro-Krise und der allgemein schlechten Stimmung Europa gegenüber interessiert. Ich interessiere mich durchaus für europäische Themen, Europa aber bislang nicht von der wirtschaftlichen Seite (und im Vergleich zu den USA) betrachtet. Daher war ich sehr froh, dass der Autor Burkhard Schwenker dieses komplexe Thema mit klaren Sätzen und auch für Laien verständlichen Worten seine Ansichten formuliert. „Europa führt! Plädoyer für ein europäisches Managementmodell“ ist rund 150 Seiten stark und erscheint im BrunoMedia Verlag.

Stimme für Europa

Im Kern geht es um Entwicklungen, Eigenschaften und Perspektiven eines europäischen Managementmodells. Schwenker stellt dieses europäische Modell dem amerikanischen Managementmodell gegenüber. Während das amerikanische Modell, zuletzt bei der großen Weltwirtschaftskrise zu sehen, auf kurzfristige Erfolge setzt und kompromisslos ist, ist in Europa mehr Konstanz gefragt. Die europäischen Manager denken laut Schwenker mittel- und langfristig.

Das amerikanische Managementmodell aus Auslaufartikel

Für Schwenker ist das amerikanische Führungsmodell ein „Auslaufartikel“ und von Europa längst überholt worden. Schwenker erzählt dies mit viel Pathos, aber jederzeit glaubwürdig. Die allgemeine Wirtschaftskrise und dessen Folgen geben ihm natürlich Recht. Die deutsche Wirtschaft zum Beispiel ist schon wieder aufgestanden, während die USA immer noch mit den Nachwehen der Krise kämpft.

Kritik und Perspektiven für Europa

Schwenker lobt das europäische Managementmodell aber nicht kompromisslos. Das längste Kapitel des Buches beschäftigt sich mit Verbesserungsvorschlägen für die europäische Gesellschaft. Politik, Wirtschaft, Finanzpolitik und vor allem Bildung (Amerikanisierung durch den Bologna-Prozess) bedürfen laut Schwenker einer Überarbeitung bzw. neuen Ausrichtungen, da in einigen Bereichen, vor allem in der Bildung, zu amerikanisch gedacht wird.

Dieses Buch ist, wie der Titel schon sagt, ein Plädoyer für Europa. Schwenker verpasst bei aller Liebe zu Europa zum Glück nicht, auch mahnende Worte loszuwerden. Ein Europa nach den Vorstellungen Schwenkers kann meiner Meinung nach durchaus richtungsweisend sein. Bleibt nur abzuwarten, ob alle europäischen Länder bereit sind für die europäische Einheit.

Fazit:

Mir wurde beim Lesen nie langweilig. Die Erfahrung von Schwenker als langjähriger CEO merkt man dem Autor deutlich an, auch seine Affinität zu europäischen Themen. Das Buch ist sehr angenehm zu lesen und vor allem nie unverständlich. Die rund 150 Seiten habe ich innerhalb von zwei Tagen gelesen. Ich kann das Buch für alle empfehlen, die gerne Wirtschaftslektüren lesen und dem Thema Europa zumindest nicht negativ gegenüber stehen.

 

Johann Paaris 2011