Gabler 2010
Gabler 2010

Regine Rompa – Karriere am Campus

 

Mögliche Wege zum festen Platz im universitären Betrieb

 

Hochschulen sind nicht nur Orte der Ausbildung und des Lernens für den eigenen Berufsweg, sondern durchaus ein breiter und wesentlicher Arbeitgeber im Bildungsbetrieb. Doch einfach ist es nicht, hier seinen festen Platz zu finden, um sein Arbeitsfeld im Bereich der Lehre aufbauen zu können.

 

Mit dem vorliegenden Buch hat Regine Rompa eine wichtige und wesentliche Lücke kompetent geschlossen. Fundiert und in der Breite betrachtend legt sie quasi eine „Gebrauchsanleitung“ vor, den eigenen Weg in die Lehre hinein strategisch von Beginn an planen zu können. Ein Weg, der letztlich (zumindest bis zum Erscheinen dieses Buches) eher als eine vage Möglichkeit im Raume stand, die vielfach eher von Zufällen denn von konkreter Planung beeinflusst zu sein schien.

 

Allein schon die klaren und sachlichen Darstellungen der verschiedenen Ebenen einer möglichen universitären Arbeit zwischen Hilfswissenschaftler und ordentlicher Professur sorgen für einen grundlegenden Überblick im Dickicht des Hochschulbetriebs. Nicht umsonst kennzeichnet Rompa diese Übersicht als „Landkarte“. Welche Posten gibt es? Wie ist es möglich, konkrete Stellen möglichst früh bereits planvoll anzugehen? Das sind die Leitfragen des Buches, das einen individuell ausformbaren Karriereplan in sich trägt.

 

Im Aufbau der Kapitel werden zunächst die möglichen Stellen informativ beleuchtet. Gut, dass dies nicht nur theoretisch geschieht, sondern Stelleninhaber selber sich zu Wort melden und damit der Vorstellungskraft eine praktische Dimension geben. Eine Eigenarbeit in einem zweiten Schritt führt zu einer Selbsteinschätzung was Neigungen und Möglichkeiten auf die konkrete Position gesehen angehen. Mit konkreten Hinweisen und allgemeinen Verweisen zur eigenen, weiteren Recherche schließen die Kapitel dann ab.

 

Logisch aufbauend beginnt das Buch mit Verweisen auf das Studium selbst. Prozentual beobachtbar ist, dass die Funktion einer studentischen Hilfskraft bereits erste und wesentliche Weichen zu einem Arbeitsfeld in Forschung und Lehre stellt. Nicht nur aufgrund von persönlicher Neigung und Initiative, allein schon aus dem Beginn einer Netzwerktätigkeit schon zu solch frühen Zeiten heraus. Wie überall anders auch ist im universitären Bereich die Komponente der Kontakte stark mitentscheidend für die Eröffnung späterer Wege. Promotion, erste Arbeitserfahrungen nach Abschluss einer Promotion, Habilitation, die Arbeit als Nachwuchsgruppenleiter, die Möglichkeit der Juniorprofessur als Abkürzung und eine Betrachtung der verschiedenen Formen von Professuren sind jeweils in verständlicher Sprache mit vielen hilfreichen Anregungen und Arbeitsvorlagen im Buch aufgearbeitet.

 

Auch die Seitenblicke auf die Möglichkeiten von Quereinstiegen und die äußerst hilfreiche Komponente von Auslandsaufenthalten fehlen nicht.

 

Abgeschlossen wird das Buch durch ein hervorragend übersichtliches Kapitel zur Struktur und Form des Hochschulwesens in Deutschland.

 

Man merkt auf jeder Seite, dass Regine Rompa als Insiderin den Universitätsbetrieb grundlegend kennt und durchschaut. Zudem ist es ihr möglich, ihre Kenntnisse in verständlicher Form sprachlich zu formulieren. Vieles von jenem „Dickicht“, dem sich motivierte Menschen mit Interesse an einer Tätigkeit im universitären Feld gegenüber sehen, versteht sie, deutlich zu lichten und in nachvollziehbare Abläufe zu gliedern. Selbst für Studenten, die eine weiterführende Karriere an der Universität nicht anstreben bietet das Buch eine Menge an nützlichen Informationen zum und über das Hochschulwesen und das sich bewegen im selben.

 

M.Lehmann-Pape 2010