Haufe 2012
Haufe 2012

Sonja Schustereit, Jochen Welcher – Arbeitszeugnisse für den öffentlichen Dienst

 

Wichtig, kompetent und sehr praxisorientiert

 

Arbeitszeugnisse sind, nicht nur im öffentlichen Dienst sondern an sich, ein heikles und zunehmend heikler werdendes Thema.

 

Auf der einen Seite das Bedürfnis (einmal abgesehen von Motiven eines „wegloben Wollens“) eines Personalverantwortlichen, eine möglichst realistische Beschreibung der Arbeitsleistung des Mitarbeiters zu vermitteln, auf der anderen Seite Bedürfnisse der Mitarbeiter nach, natürlich, möglichst positiven Bewertungen und eine Gesetzgebung, die gerade bei der Erstellung von Arbeitszeugnissen viele Fallstricke kennt, so dass aus freien Formulierungen „aus dem Bauch heraus“ in Arbeitszeugnissen schnell beklagbare Tatbestände werden können.

 

In zwei Hauptteilen führt dieses Buch nun nachhaltig auf „sicheren Boden“.

Zum einen legen die Autoren umfassende und grundlegende Informationen zur Erstellung dann auch aussagekräftiger (und rechtlich abgesicherter) Arbeitszeugnisse vor, während im zweiten Teil „aus der Praxis für die Praxis“ vielfache Musterzeugnisse vorgestellt werden.

 

Diese decken sowohl den „Notenbereich“ jeweils ab, wie auch die gängigen Berufsbilder im öffentlichen Dienst konkret mit Musterzeugnissen versehen werden.

 

So ist festzuhalten, dass das Werk das selbst gesetzte Ziel in allen Bereichen erreicht:

„…Instrumente an die Hand zu geben, mit denen Sie schnell und effektiv aussagekräftige, wahrheitsgemäße und gleichzeitig wohlwollende Zeugnisse ausstellen“.

Im eher fließenden Bereich von rechtssicheren, aber auch sorgfältig differenzierten Formulierungen.

 

Welche Zeugnisarten es überhaupt gibt, welche Rechtsgrundlage dem Zeugnisanspruch zu Grunde liegen, wie man Schritt für Schritt bei der Zeugniserstellung vorgeht, dies sind die Themen und differenziert geschilderten Inhalte des ersten, grundlegenden Hauptteil des Buches.

 

Der weitaus größere Teil des Werkes bietet im Folgenden, auf knapp 250 Seiten, aufgeteilt nach Berufssparten des öffentlichen  Dienstes, Musterzeugnisse in allen erdenklichen Ausrichtungen.

 

Jeweils strukturiert unterteilt in „sehr gut – gut – befriedigend  und ausreichend“.

 

Von der „Sekretärin des Bürgermeisters“ über „Erzieher“ hin zu „Sachbearbeitern“ verschiedener Fachrichtungen, vom „Referenten“ über „Mitarbeiter einer Bundesanstalt“ hin zu „Mitarbeitern in der Poststelle“, kommunale Aufgaben und Angestellte des Bundes werden voneinander getrennt und von verantwortlichen Posten her bis zu einfachen Tätigkeiten hin in gleicher Sorgfalt mit möglichen Zeugnissen versehen.

 

Im Zusammenklang zwischen dem grundlegenden, ersten Teil und im sorgfältigen Vergleich der abgestuften Bewertungen in sich erschließen sich dem Leser nach und nach genau jene Formulierungen, die einerseits wahrheitsgemäß Leistungen widerspiegeln, andererseits rechtssicher vorliegen und zu guter Letzt den Abstufungen in der Bewertung entsprechen.

 

Über das Thema des reinen Arbeitszeugnisses heraus bieten die Autoren im letzten Hauptteil des Buches zudem eine fundierte und differenzierte Hinführung zur Steigerung der Kompetenz bei Mitarbeitergesprächen und der Beurteilung von Leistungen „im laufenden Betrieb“. Auch hier reichen die Autoren musterhafte Beurteilungsbögen und Checklisten für den umgehenden Einsatz in der eigenen Praxis.

 

Für jeden Personalverantwortlichen und für Mitarbeiter im öffentlichen Dienst, zu deren Aufgaben die Formulierung von Zeugnissen gehört, darf dieses Buch durchaus als Standardwerk genannt werden und bietet eine hohe Erleichterung zur Aufgabe der Erstellung von Arbeitszeugnissen im öffentlichen Dienst.


M.Lehmann-Pape 2015